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Doktor Firoz hat neun Semester Ayurvedische Wissenschaften studiert, ein einjähriges Praktikum hinter sich und sich sechs Semester lang auf Panchakarma (eine ayurvedische Disziplin) spezialisiert. Sein Studium schloss er mit einem MD in Ayurvedischen Wissenschaften an einer staatlichen Universität ab – und dennoch beginnt jede Behandlung des Mediziners mit einem Gebet. Nicht nur er, sondern alle ayurvedischen Ärzte und Therapeuten rezitieren dieselben Sanskrit-Zeilen. Es handelt sich dabei um das Dhanvantari-Gebet, benannt nach dem hinduistischen Gott der Medizin und angeblichen Begründer der Ayurveda-Lehren. Die Schwingung der Worte soll das Bewusstsein der Behandelnden auf den Patienten, die Therapie, die Erkrankung und die Heilmittel fokussieren. Wissenschaft trifft beim Ayurveda also auf Erfahrungswerte, Philosophie und Pflanzenheilkunde. Mentale, physische, emotionale und spirituelle Aspekte spielen eine große Rolle in der über 3000 Jahre alten Heilslehre, von deren Ursprüngen nur wenig schriftlich überliefert ist. Wenn man als Patient während einer echten Ayurveda-Kur zum ersten Mal das Dhanvantari-Gebet hört, hat man schon eine umfassende Anamnese hinter sich: Fingernägel, Zunge, Augen, Zähne, Haare, der Puls und das Gewicht werden genau untersucht, zusätzlich zur Blickdiagnose erfolgt eine umfangreiche Befragung zu Lebensgewohnheiten, gesundheitlichen Problemen und zur medizinischen Vorgeschichte. In Indien wird zudem das astrologische Horoskop konsultiert. Erst dann erhält man seinen Therapieplan. Wie auch in der Schulmedizin sucht man sich beim echten Ayurveda seine Behandlung nämlich nicht selbst aus – die verschreibt ausschließlich der Arzt.
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