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Arrigo Cipriani ist ein eleganter Gentleman, aber auch einer, der kein Blatt vor den Mund nimmt. Als Chef der legendären „Harry’s Bar“ in Venedig teilt der heute 91-Jährige gern aus: gegen den „französischen Reifenflicker“, deren Restaurantführer die Gastro-Szene zerstört habe; gegen die Politik, die für Venedig mehr tun könne; und den Tourismus, der die Stadt zerstöre. Geht es jedoch um das Erbe seines Vaters Giuseppe Cipriani – um die Bar, in der man den Bellini und das Carpaccio erfand, in der Charlie Chaplin, Woody Allen, Greta Garbo, Tom Cruise und Ernest Hemingway saßen – wird aus dem missmutigen Signore ein Softie. Denn in „Harry’s Bar“ ist die Welt noch in Ordnung. Hier signiert Cipriani gern eines seiner Bücher, oder lässt sich zu einem Plausch hinreißen. Gelegentlich serviert er sogar selbst Carpaccio oder Bellinis. Ändern will er hier nichts; die Bar soll so bleiben, wie sie sein Vater einst erdachte.
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