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Die Preise bei Whisky-Aktionen fallen seit Monaten. Für Genießer kommen einige Raritäten damit wieder in Reichweite.

Die Preise bei Whisky-Aktionen fallen seit Monaten. Für Genießer kommen einige Raritäten damit wieder in Reichweite.
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Whisky-Preise geben nach: goldene Zeiten für Raritätenjäger

Whisky
Spirituose

Im Herbst beginnt die Hochsaison für Whisky-Sammler, was traditionell die Preise auf dem Sekundärmarkt in die Höhe schnellen lässt. Doch dieses Jahr sind die Auktionspreise auf einem verlockend niedrigen Niveau.

Das Sammeln von alten und raren Whisky-Abfüllungen war lange Zeit eine sichere Investition, konnte man sich doch sicher sein, dass die Flaschen innerhalb kürzester Zeit merklich an Wert gewinnen würden. Doch der insgesamt rückläufige Whiskymarkt hat nun auch die Auktionshäuser erreicht. Das geht aus den neuesten Zahlen des »Whiskystats Whisky Index« hervor, der jeden Monat die Wertveränderungen der historisch 500 meistgehandelten Whiskys verfolgt. Demnach gab der Index zuletzt kontinuierlich nach und auch der Herbst und der damit einhergehende Beginn der Hochsaison für Whisky-Verkäufe konnte den Trend nicht umkehren. Damit erreicht der Index erstmals wieder das Vor-Covid-Niveau von März 2020. Getrieben wird der Index vor allem von schottischen Whiskys, doch auch Abfüllungen aus anderen Destinationen werden erfasst.

Schlecht für Spekulanten, gut für Raritätenliebhaber

Exemplarisch für die für preissensible Raritätenjäger spannende Entwicklung stehen namhafte Abfüllungen von Brora, Macallan oder auch japanische Whiskys von Hanyu. So erzielte man beispielsweise für einen »Brora 30 Y.O. 3rd Release« Anfang 2022 noch über 3.000 Euro, doch im Oktober fielen die Käuferpreise für diese Sonderveröffentlichung auf unter 1.700 Euro. Auch ein 18-jähriger Macallan aus dem Jahr 1983 unterschritt nun die 1.700er-Marke, nachdem er vor einem Jahr noch über 2.500 Euro gekostet hatte.

Besonders gravierend ist die Langzeitentwicklung jedoch bei Whiskys aus Japan. Die historisch 100 meistgehandelten japanischen Whiskys verloren im Oktober weitere 4,3 Prozent, was insgesamt dazu führt, dass die jahrzehntelangen Wertzuwächse des japanischen Whiskys in den letzten drei Jahren gänzlich aufgefressen wurden, während Scotch und Irish Whiskey lediglich ihre zwischenzeitlichen COVID-Gewinne verloren haben. Ein besonders spektakuläres Beispiel für den Preisverfall ist der »Hanyu Two of Hearts«, eine Veröffentlichung mit 309 Flaschen, deren Käuferpreis nun auf 8.800 Euro gesunken ist, nachdem er im Mai dieses Jahres noch für 15.200 Euro verkauft worden war. In ähnlicher Weise wurde eine Flasche des »Two of Diamonds« gerade für 4.400 Euro verkauft. Zum Vergleich: Auf dem Höhepunkt des Marktes vor einigen Jahren erreichte dieser Limited Release mehrmals 25.000 Euro und mehr.

Für Whisky-Spekulanten sind das freilich keine guten Neuigkeiten, für Genießer jedoch kommen damit lange als unerreichbar geltende Raritäten langsam wieder in Reichweite. Whisky ist immerhin zum Trinken gemacht.


 

Alexander Thürer
Alexander Thürer
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