Ein Keramik-Mosaik von Fernand Léger aus dem Jahr 1952 ziert die Terrasse des «Colombe d’Or».

Zeitmaschine & Zufluchtsort: La Colombe d'Or

Christoph Teuner, 11.01.2017

Eine Reise an einen magischen Ort. In ein Hotel, das Kunst und Geschichte atmet. In ein Restaurant, in dem Bilder von Picasso, Matisse und Miró hängen und einem beim Essen über die Schulter schauen.

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Dieselbe grandiose Aussicht geniessen wie Pablo Picasso und Henri Matisse? Den Blick wie sie schweifen lassen über die Hügel des Hinterlands von Nizza, auf denen das Violett von Bougainvillea-Büschen aufblitzt und hinter denen tiefblau das Mittelmeer leuchtet? Am selben rustikalen Tisch sitzen wie Marc Chagall, die Füsse wie er auf grobem Kies knirschen lassen und den gleichen Vorspeisenteller essen? Im selben riesigen Bett schlafen wie Francis Bacon, in einem der grossen Zimmer mit weissgekalkten Mauern und Holzbalken in den Decken? Keine Träumerei! Das ist möglich. Im Hotel «La Colombe d’Or» in St Paul de Vence. Das «Colombe d’Or» ist eine Zeitmaschine. Man steigt ein, schliesst die Augen und findet sich wieder in einer glorreichen Vergangenheit, von der Danièle Roux lebhaft zu erzählen weiss. Sie ist eine schlanke, alte Dame mit selbstsicherem, fast eitlem Auftreten und die Frau von François Roux, dem Enkel des Hotelgründers Paul. «Es waren wunderschöne Jahre nach dem Krieg. Picasso, Matisse, Léger, Braque, Chagall – alle waren hier an der Côte d’Azur, wegen des wundervollen Lichts. Irgendwann hatten sie die Nase voll von der Küste, den vielen Leuten. Damals war es nicht so touristisch, aber trotzdem voll. Und so flohen sie nach St Paul.»

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