Ab 250.000 US-Dollar kostet die Nacht im Hotel auf dem Mond
Ob so der Mann im Mond wohnen möchte? Das US-Start-Up »GRU Space« wirbt mit dem »Ersten Hotel auf dem Mond«. Es soll im Jahr 2032 eröffnet werden. Vorreservierungen werden entgegengenommen: Ab umgerechnet 200.000 Euro pro Nacht.
In nur sechs Jahren soll nach dem jungen Unternehmen »GRU Space» aus San Francisco das »First Lunar Hotel« eröffnet und in Betrieb genommen werden. Das Team um Skyler Chan, 22 Jahre, will den Weltraumtourismus kommerziell auf ein neues Level heben und langfristig eine »Mondwirtschaft« ermöglichen. Schon jetzt sollen Weltall-Urlauber:innen ab 250.000 US-Dollar pro Nacht für die Unterkunft zahlen.
Start-Up-Gründer Skyler Chan, 22 Jahre, und sein Team planen laut Ars Technica, mit den Einnahmen aus dem Hotel später den Bau von Straßen, Lagerhallen oder sogar industrieller Infrastruktur auf dem Mond zu finanzieren. Anders als klassische Raumfahrtprojekte, die stark auf staatliche Programme angewiesen sind, setzt »GRU Space« auf private Nachfrage und schnelle Umsetzung.
Privatisierung der Raumfahrt als Wachstumsfaktor
Spätestens seit Jeff Bezos´ Raumfahrt-Firma »Blue Origin« oder Elon Musks »SpaceX« ist es fast eine Selbstverständlichkeit, dass Tourist:innen, seien sie berühmt oder mit dem nötigen Kleingeld ausgestattet, ins All fliegen können. Schon bald könnte der nächste Schritt im Weltraumtourismus anstehen: Dann könnte nicht nur ein Retourticket, sondern gleich noch eine Übernachtung auf dem Mond Teil des orbitalen Ausflugs sein. NASA-Expert:innen gehen davon aus, dass dauerhafte Gebäude auf dem Mond innerhalb der nächsten Jahrzehnte möglich sein könnten. Die Entwicklung von Weltraumarchitektur gilt inzwischen als wachsendes Fachgebiet, gestützt durch die Artemis-Kampagne der NASA, die eine langfristige Präsenz auf dem Mond vorbereitet und Marsreisen zum Ziel hat.
So soll das Mondhotel aussehen
Renderings deuten darauf hin, dass das Hotel futuristisch wirken soll, bestehend aus einer zentralen Rotunde und mit drei überdachten Kolonnaden, die in kleinere Gebäudekomplexe führen. Zunächst soll eine aufblasbare Struktur als Basis dienen, die auf der Erde errichtet und dann auf den Mond transportiert wird. Der Baubeginn sei frühestens ab 2029 geplant, die mögliche Eröffnung wird derzeit für 2032 ins Gespräch gebracht – vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen und technischer Machbarkeit. Die endgültige Version des Hotels ist laut Angaben des Start-ups für bis zu zehn Gäste geplant.
Wer soll dort übernachten?
Das Angebot richtet sich derzeit laut Website an »Abenteurer:innen, wiederkehrende private Weltraumreisende und Paare, die ihre Hochzeitsreise auf ein außergewöhnliches Level heben möchten«. Doch auch wer das nötige Kleingeld hat, sollte mehr als wachsam sein, bevor er nun die erste Nacht im Mond-Hotel vorreserviert. Für Aufmerksamkeit sorgen nämlich nicht nur die ambitionierten Pläne des jungen Gründers, sondern auch das Buchungsmodell. Bereits jetzt können wohlhabende Interessent:innen einen Platz im Hotel reservieren – gegen eine Anzahlung zwischen 250.000 and einer Million US-Dollar (ca. 200.000-850.000 Euro). Denn: Ob und wann solche Aufenthalte tatsächlich möglich werden, ist noch unklar. Bau, Finanzierung und Genehmigungen des Projekts sind nicht abgeschlossen.
Eins ist jedoch sicher: Die Vorstellung, eines Tages auf dem Mond zu übernachten, scheint nicht mehr reine Fantasie, sondern ein greifbares Zukunftsprojekt.