Château Phélan-Ségur in St. Estèphe.

Der Bürger als Edelmann

Peter Moser, 07.06.2017

Beim Jahrgang 2016 empfiehlt sich dringend ein Blick auf die hinteren Ränge des Klassements. Denn neben den Grands Crus Classés leisten auch die Crus Bourgeois ganz hervorragende Arbeit. Selten war der Gabentisch reichlicher gedeckt wie dieses Mal.

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Anlässlich der En-Primeur-Woche im April präsentierte die »Alliance des Crus Bourgeois du Médoc« ihre Selektion des Jahrgangs 2016 auf Château d’Arsac. Die Falstaff-Weinredaktion hat sich durch das Konvolut durchgearbeitet und eine große Zahl sehr empfehlenswerter Weine entdeckt. Crus Bourgeois sind die Gruppe der bürgerlichen Gewächse des Médocs, also jene Weingüter, deren Tradition auf die Zeit des Mittelalters zurückgeht. Es waren die Bürger der Stadt Bordeaux, Händler und Handwerker, die ihre Geschäfte durch den Verkauf von Weinen aus der Region aufbesserten, den sie in ihren Weingärten erzeugten. Aus diesen »Crus des Bourgeois« entwickelten sich die Crus Bourgeois, die am Anfang des 20. Jahrhunderts auch im Ausland an Bedeutung gewannen, speziell in Deutschland und Russland wusste man ihre Qualität zu schätzen. 1932 entwickelten die Courtiers von Bordeaux in Zusammenarbeit mit der Handels- und Landwirtschaftskammer eine offizielle Liste, die 444 Weingüter enthielt. Diese wurden in drei Kategorien unterteilt: die Crus Bourgeois Exceptionel, die Crus Bourgeois Supérieur sowie die Crus Bourgeois. Seit 1979 schützt europäisches Recht die Crus Bourgeois, 2003 wurden die Crus Bourgeois du Médoc erstmals offiziell klassifiziert. 490 Kandidaten hatten sich beworben, aber nur 247 im Klassement berücksichtigt.

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