Sternenhimmel Opus V Casual Fine Dining in der 6. Etage bei »Engelhorn-Mode im Quadrat« in Mannheim.

Top 5: Genuss im Shopping-Center

Alexandra Gorsche, Viola Marguerre, 24.11.2016

Shoppingmalls und billiges Fastfood? Das Bild ist Klischee – und gehört zunehmend der Vergangenheit an. ­Einkaufscenter-Betreiber entdecken die Gastronomie als Imageinstrument, um das Verweilen zu forcieren.

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In Zeiten des Internets, des bequemen Einkaufs von der Couch aus, braucht der Einzelhandel zusätzliche Anreize, damit sich die Menschen auf den Weg machen. »Kunden verbinden den Besuch einer Mall mit dem Wunsch nach Erlebnissen. Es reicht nicht mehr, nur die üblichen System-Gastronomen, die man überall findet, zu bieten. Kunden suchen das Individuelle, Konzepte, die sich von anderen markant unterscheiden«, so Didi Maier, der mit seinen beiden Shops »DidiLicious« und »The Bakery« im Europark Salzburg reüssiert. Auch Tristan Brandt, Sternekoch im Mannheimer »Opus V« und Geschäftsführer der Engelhorn Gastro GmbH, ist erfolgreich mit seinem mit einem Stern ausgezeichneten Restaurant auf der 6. Etage des Centers »Engelhorn Mode im Quadrat«: »Die Integration von gastronomischen Angeboten erhöht die Frequenz und die Verweildauer der Kunden. Gute Gastro-Konzepte können den stationären Einzelhandel nicht retten. Aber sie können dazu beitragen, dass sich die Kunden länger im Geschäft aufhalten.« Kunden erwarten das Besondere. Dieser Zusatznutzen, dieses emotionale Erlebnisangebot funktioniert nicht mit liebloser Schnellfütterung: Es sind ideenreiche, frische Genusskonzepte, die das Shoppingangebot bereichern. Gewinner sind die Kunden, die unkompliziert qualitativ hochwertige, phantasievolle und oft regionale Küche genießen können. Inzwischen legt das Publikum nicht nur beim Einkaufen eine Essenspause ein, sondern kommt gezielt in die Restaurants – und kauft auf dem Weg spontan ein. Machte die Gastronomie in den Shoppingcentern noch vor zehn Jahren 3 bis 5 % des Umsatzes aus, so sind es heute 8 bis 10 %; Tendenz steigend. Statt Masse zählt zunehmend die Klasse, abhängig von der Lage und dem Portemonnaie der Kundschaft.

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