{"id":42615,"date":"2024-07-04T12:00:00","date_gmt":"2024-07-04T10:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.falstaff.com\/profi\/?post_type=newsbeitrag&#038;p=42615"},"modified":"2024-07-04T11:12:10","modified_gmt":"2024-07-04T09:12:10","slug":"andreas-heindl-schon-sisi-hat-sich-die-pischinger-torten-liefern-lassen","status":"publish","type":"newsbeitrag","link":"https:\/\/www.falstaff.com\/profi\/newsbeitrag\/andreas-heindl-schon-sisi-hat-sich-die-pischinger-torten-liefern-lassen\/","title":{"rendered":"Andreas Heindl: \u00bbSchon Sisi hat sich die \u203aPischinger\u2039-Torten liefern lassen\u00ab"},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcr viele ist der Gedanke an knusprig-frische Waffelspezialit\u00e4ten untrennbar mit dem Namen \u00bbPischinger\u00ab verbunden. Kein Wunder: \u00bbPischinger\u00ab ist die \u00e4lteste noch am Markt bestehende S\u00fc\u00dfwarenmarke \u00d6sterreichs \u2013 und feiert heuer 175-j\u00e4hriges Jubil\u00e4um. Von bescheidenen Anf\u00e4ngen 1849 in einer kleinen Manufaktur in Wien, \u00fcber die Rolle als K.u.K.-Hoflieferant bis hin zur weltweit beliebten Marke hat \u00bbPischinger\u00ab eine bewegte Geschichte hinter sich.<\/p>\n<p>Seit 2006 geh\u00f6rt das Unternehmen zur \u00bbConfiserie Heindl\u00ab. Anl\u00e4sslich des Jubil\u00e4ums er\u00f6ffnete \u00bbHeindl\u00ab k\u00fcrzlich den ersten eigenen \u00bbPischinger\u00ab-Shop am Graben in der Wiener Innenstadt. Im Gespr\u00e4ch mit PROFI spricht \u00bbHeindl\u00ab-Chef Andreas Heindl \u00fcber die Untrennbarkeit von \u00bbPischinger\u00ab und den Heurigen, verr\u00e4t ob es noch weitere Shop-Er\u00f6ffnungen geben wird, wie es das Unternehmen unbeschadet durch die multiplen Krisen der letzten Jahre geschafft hat, ob Schokolade bald zum Luxusgut wird und wie es mit dem Unternehmen weitergeht und welche Weichen er f\u00fcr seine Nachfolge schon gelegt hat.<\/p>\n<p>PROFI: <strong>\u00bbPischinger\u00ab feiert heuer sein 175-j\u00e4hriges Jubil\u00e4um und geh\u00f6rt seit 2006 zu \u00bbHeindl\u00ab. Wie ist es damals zur \u00dcbernahme gekommen?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Heindl:<\/strong> Es ist ein Vermittler zu uns gekommen, der uns die Firma \u00bbPischinger\u00ab angeboten hat. Wir haben die \u00bbPischinger\u00ab-Produkte schon seit jeher geliebt. Mein Bruder Walter und ich gehen gern zum Heurigen \u2013 wir sind in der Heurigengegend aufgewachsen \u2013 und haben immer gern die \u00bbPischinger\u00ab-Haselnuss- und Mandelecken, die es dort gab, genascht. Und als uns angeboten wurde, dass wir beide Unternehmen \u2013 n\u00e4mlich \u00bbPischinger\u00ab und \u00bbUnited Chocolate\u00ab mit seinen zwei Shops in der Wiener Innenstadt und den Fabriksverkaufsfilialen \u2013 kaufen k\u00f6nnten, haben wir zugeschlagen. Uns war klar, dass die Marke super zu uns passt. Es macht mir immer noch eine Riesenfreude und erf\u00fcllt mich mit Stolz, dass wir die \u00e4lteste noch am Markt befindliche \u00f6sterreichische S\u00fc\u00dfwarenmarke \u00fcbernommen haben.<\/p>\n<p><strong>Was waren nach der \u00dcbernahme die gr\u00f6\u00dften Herausforderungen?<\/strong><\/p>\n<p>Mein Bruder, der immer f\u00fcr die Produktion zust\u00e4ndig war, hat zuallererst die Produkte wieder auf die Originalrezepte zur\u00fcckgestellt. Der vorherige Besitzer hatte die Rezepturen einige Jahre zuvor vereinfacht. Das hat unserer Meinung nach aber nicht so gut geschmeckt und deshalb haben wir wieder die Originalrezepte verwendet.<\/p>\n<p><strong>Sprich Sie haben erst einmal herausgearbeitet, was \u00bbPischinger\u00ab und die Produkte eigentlich ausmacht.<\/strong><\/p>\n<p>Genau. Wir haben dann gleichzeitig auch einen Verpackungsrelaunch durchgef\u00fchrt. Die Kunden haben das auch sehr gelobt und wir haben auch sehr gutes Feedback in puncto Geschmack erhalten.<\/p>\n<p><strong>Wie so eingangs schon erw\u00e4hnt haben, ist \u00bbPischinger\u00ab untrennbar mit den Heurigen verbunden. Wie hat sich das eigentlich ergeben, dass die Heurigen die \u00bbPischinger\u00ab-Produkte verkaufen?<\/strong><\/p>\n<p>Die Heurigen wollten etwas fertiges S\u00fc\u00dfes verkaufen und \u00bbPischinger\u00ab hatte eben die Haselnuss- und die Mandeltorte und Oblaten. Die waren sch\u00f6n verpackt und das Praktische war, dass sie die Heurigenbetreiber einfach nur hinstellen mussten. Bei den G\u00e4sten waren sie sofort sehr beliebt \u2013 auch, weil die verpackten Torten schon damals sehr leistbar waren.<\/p>\n<p><strong>Werden die Heurigen direkt von Ihnen beliefert?<\/strong><\/p>\n<p>Nein, wir beliefern die Heurigen nicht direkt. Das l\u00e4uft alles \u00fcber den Gro\u00dfhandel, also \u00bbMetro\u00ab und \u00bbTransgourmet\u00ab.<\/p>\n<p><strong>Welchen Anteil hat dieses B2B-Gesch\u00e4ft bei \u00bbPischinger\u00ab?<\/strong><\/p>\n<p>Es sind um die 20 Prozent. Der Rest verteilt sich auf die 30 eigenen \u00bbHeindl\u00ab-Filialen, wo es nat\u00fcrlich auch die \u00bbPischinger\u00ab-Produkte gibt, und den Lebensmittelhandel \u2013 wir sind mitunter bei \u00bbBilla\u00ab, \u00bbSpar\u00ab, \u00bbHofer\u00ab und \u00bbLidl\u00ab gelistet \u2013 wo die gr\u00f6\u00dfte Menge verkauft wird.<\/p>\n<p><strong>Gibt es Bestrebungen auch in anderen Gastronomieunternehmen, abgesehen von Heurigen, Fu\u00df zu fassen oder w\u00fcrde das gar keinen Sinn machen?<\/strong><\/p>\n<p>Wir sind nat\u00fcrlich f\u00fcr alles offen. Allerdings ist es so, dass die meisten Gastwirtschaften nat\u00fcrlich selbst Mehlspeisen anbieten und somit nicht auf die \u00bbPischinger\u00ab-Produkte angewiesen sind. Aber wir haben sehr viele Hotels, die wir mit unseren Produkten ausstatten. Da gibt es beispielsweise ein \u00bbPischinger\u00ab-T\u00f6rtchen als Betthupferl.<\/p>\n<p><strong>Ein gro\u00dfes Thema sind die \u00bbPischinger\u00ab-Produkte bei den Touristen, die nach Wien kommen \u2026<\/strong><\/p>\n<p>Ja, wir sind sehr stolz darauf, dass \u00bbPischinger\u00ab k.u.k.-Hoflieferant gewesen ist. Die Sisi hat sich die Oblatentorten sogar in die Kurorte, in denen sie geurlaubt hat, liefern lassen. Selbst der Christbaumbehang in der Hofburg bestand aus \u00bbPischinger\u00ab-Schokoladen. Wir sind stolz darauf, dass wir auch heute noch das Schloss Sch\u00f6nbrunn, die Hofreitschule, Schloss Hof und die Hofburg mit unseren Produkten beliefern d\u00fcrfen. Wir sind dort sicherlich der Hauptlieferant, was S\u00fc\u00dfigkeiten betrifft.<\/p>\n<p><strong>Wie schaut es mit dem Export ins Ausland aus? Wo sind dort die Hauptabnahmem\u00e4rkte?<\/strong><\/p>\n<p>Die Hauptm\u00e4rkte sind momentan der arabische Raum, wo wir sehr viel hinverkaufen und die L\u00e4nder rund um \u00d6sterreich herum, wie Ungarn, Tschechien oder die Slowakei. Dennoch betr\u00e4gt der Exportanteil bei uns nur rund zehn Prozent. Der Hauptmarkt ist immer noch \u00d6sterreich.<\/p>\n<p><strong>Was ist mit Deutschland, ist \u00bbPischinger\u00ab dort ein Thema?<\/strong><\/p>\n<p>Ja, den deutschen Markt bearbeiten wir seit einem Jahr ganz intensiv. Wir sind bei \u00bbQVC\u00ab aktiv, einem gro\u00dfen Shopping-Sender, aktiv und das funktioniert hervorragend. Meine Nichte Barbara Heindl tritt dort auf und pr\u00e4sentiert unsere Produkte. Die Tatsache, dass wir k.u.k-Hoflieferant waren, kommt sehr gut an, da die Menschen Wien und \u00d6sterreich alle mit Sisi, Franzl und Mozart verbinden. Wir haben bei \u00bbPischinger\u00ab nat\u00fcrlich viele \u00bbimperiale\u00ab Produkte, wie die Wiener T\u00f6rtchen mit den Sisi- und Mozartmotiven.<\/p>\n<p><strong>Welchen Stellenwert hat der Onlinehandel?<\/strong><\/p>\n<p>Mit dem Onlineshop generieren wir ungef\u00e4hr den Umsatz einer unserer 30 Filialen. Der station\u00e4re Handel hat also einen deutlich h\u00f6heren Stellenwert. Etwas S\u00fc\u00dfes zu kaufen, ist f\u00fcr die meisten Menschen ein Impulskauf. Wir merken, wenn wir entsprechende Onlinewerbung schalten, dann haben wir in einem Zeitraum, in dem wir normalerweise 25 Bestellungen haben, pl\u00f6tzlich 200 bis 250 Bestellungen. In Filialen mit Top-Lagen, beispielsweise in der Wiener Innenstadt, aber auch in den sogenannten \u201eArbeiter-Bezirken\u201c wie Favoriten, Meidling oder Brigittenau, l\u00e4uft das Gesch\u00e4ft sehr, sehr gut \u2013 wenn die Leute vorbeigehen und die \u00bbPischinger\u00ab-Produkte sehen, wird auch gekauft. Wir haben zudem mehr als 100.000 Mitglieder im \u00bbHeindl-SchokoClub\u00ab. Diese werden immer wieder mit Informationen und Stammkunden-Rabatten versorgt werden \u2013 das kommt sehr gut an.<\/p>\n<p><strong>Die letzten paar Jahre waren f\u00fcr ein produzierendes Unternehmen, wie das Ihre, nicht unbedingt die einfachsten. Von Corona \u00fcber den Krieg in der Ukraine, die Inflation und die explodierenden Energiepreise bis hin zu den Lieferengp\u00e4sse ist eine Katastrophe nach der anderen ums Eck gekommen. Wie haben sie es geschafft, sich da halbwegs unbeschadet durchzuman\u00f6vrieren?<\/strong><\/p>\n<p>Ich habe einen sehr breiten R\u00fccken, aber es war wirklich eine herausfordernde Zeit. Mein Bruder Walter ist im M\u00e4rz 2020 in Pension gegangen, also genau als Corona losgegangen ist. Da wir ein Lebensmittelerzeuger sind, mussten wir auch w\u00e4hrend des Lockdowns unsere Gesch\u00e4fte offenhalten und das war schon eine harte Nummer.<\/p>\n<p><strong>Sie h\u00e4tten Sie also lieber geschlossen?<\/strong><\/p>\n<p>Ja, weil dann h\u00e4tten wir, \u00e4hnlich wie die Gastronomie, einen Umsatzersatz bekommen. Aber so mussten wir offenhalten, aber die Menschen wurden dazu aufgefordert, zuhause zu bleiben. Zum Gl\u00fcck war der Bedarf im Lebensmittelhandel erh\u00f6ht, weil alle Leute nat\u00fcrlich nur noch in den Superm\u00e4rkten eingekauft haben. Fairerweise muss man sagen, dass uns die Superm\u00e4rkte in dieser Zeit sehr unterst\u00fctzt haben. Das hei\u00dft, wir hatten gro\u00dfe Auftr\u00e4ge und wir haben dort auch Sonderplatzierungen bekommen. Dadurch konnten wir die Verluste in den eigenen Filialen, wo wir nat\u00fcrlich nicht ann\u00e4hernd die Mengen verkauft haben, die wir normal abgesetzt haben, ein wenig abfedern. Aber insgesamt ist der Umsatz in dieser Zeit um etwa 25 Prozent zur\u00fcckgegangen.<\/p>\n<p>Wir haben die Coronazeit aber auch genutzt, um unsere Filialen zu renovieren und um neue Shops dazuzunehmen, nachdem einige Verkaufsfl\u00e4chen frei geworden waren. Zum Gl\u00fcck hatten wir finanziell gut vorgesorgt \u2013 eine \u201eKriegskasse\u201c sozusagen. Dann kam bereits der Ukrainekrieg und die Stromrechnung stieg pl\u00f6tzlich um ein Vielfaches. Aber selbst das haben wir dann irgendwie gestemmt.<\/p>\n<p><strong>Wie schafft man das wirtschaftlich abzufedern? \u00dcber Preiserh\u00f6hungen, denn die Kriegskasse wird auch nicht endlos gef\u00fcllt sein?<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Coronazeit haben wir die Preise nicht erh\u00f6ht. Aber als dann die Energie so teuer geworden ist, mussten wir nat\u00fcrlich auch mit den Preisen nachziehen. Wir haben sie einmal um zehn und einmal um f\u00fcnf Prozent erh\u00f6ht. Dar\u00fcber hinaus haben wir auch nach neuen Absatzwegen gesucht und mit Teleshopping, speziell bei den deutschen Sendern \u00bb1-2-3.tv\u00ab und \u00bbQVC\u00ab, neue M\u00f6glichkeiten gefunden, die sehr gut funktionieren.<\/p>\n<p><strong>Und dann kommt die n\u00e4chste Krise \u2026<\/strong><\/p>\n<p>\u2026 n\u00e4mlich Kakao. Wir haben zurzeit Kakao-Preise, die haben wir noch nie gesehen \u2013 nicht einmal in weiter Ferne. Das h\u00e4tte ich mir nie tr\u00e4umen lassen.<\/p>\n<p><strong>Wie problematisch ist das wirklich? Es hat in den letzten Monaten auch den ein oder anderen Medienbericht gegeben, dass Schokolade aufgrund der hohen Kakaopreise zum Luxusgut werden k\u00f6nnte.<\/strong><\/p>\n<p>Das muss man ein wenig differenzierter sehen. Ja, die Kakaopreise sind eine Katastrophe. Im Februar 2023 lag der Preis mit einem Kakao-Kontrakt bei 2.300 Britischen Pfund f\u00fcr eine Tonne Kakao. Aktuell sind es 8.000 Pfund pro Tonne. Das schl\u00e4gt sich nat\u00fcrlich auch in den Schokoladepreisen nieder. Wir produzieren die Schokolade nicht selbst, sondern kaufen sie von Fabrikanten, die sie genau nach unserer Rezeptur herstellen. Das gr\u00f6\u00dfte Problem daran ist, dass wir 600 Tonnen Schokolade pro Jahr ben\u00f6tigen. Aktuell zahlen wir nun ungef\u00e4hr das Dreifache f\u00fcr das Kilo Schokolade als noch bis vor einigen Wochen. Also haben wir mit 1. Juli nochmals eine moderate Preisanpassung vorgenommen. Aber von einem Luxusgut sind wir meiner Meinung nach dennoch weit entfernt.<\/p>\n<p><strong>Wie hoch werden die Preiserh\u00f6hungen konkret ausfallen?<\/strong><\/p>\n<p>Die 200 Gramm Haselnussecken kosteten bisher bei uns im Shop 2,90 Euro. Sie haben einen Schokoladenanteil von 60 Prozent. Wenn die Schokolade jetzt das Dreifache im Einkauf kostet, dann m\u00fcssen wir das nat\u00fcrlich auch preislich weitergeben. Wir wollen das nicht ausnutzen, um mehr zu verdienen. Wir m\u00f6chten lediglich dasselbe verdienen wie vorher. Wir werden den Preis also nur um den Anteil der Schokolade erh\u00f6hen. Zudem hatten wir im April die Lohnerh\u00f6hungen um 8,7 Prozent. Das wird auch eingerechnet. Ein Sackerl Haselnussecken kostet also ab 1. Juli statt 2,90 Euro 3,90 Euro. Das ist um einen Euro mehr und ist in Prozent gesehen sehr viel. Aber konkret handelt es sich um einen Euro. Ich denke die wenigsten Leute kaufen mehrere Packungen Haselnussecken am Tag. Somit schl\u00e4gt sich das am Ende des Monats nicht so stark im Geldb\u00f6rserl nieder. Die meisten Kunden werden sich das meiner Meinung nach leisten.<\/p>\n<p><strong>Sie glauben also nicht, dass sich das auf den Verkauf auswirken wird?<\/strong><\/p>\n<p>Doch \u2013 ich denke schon, dass wir in der Produktionsmenge reduzieren werden. Von einem Luxusprodukt sind wir dennoch weit entfernt. Zudem passt bei uns die Qualit\u00e4t. Wenn Sie sich etwa das <a href=\"https:\/\/www.falstaff.com\/at\/news\/tasting-die-besten-schoko-osterhasen-2023\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ergebnis des Falstaff-Schoko-Osterhasen-Tests von 2023<\/a> ansehen, dann haben wir mit \u00bbHeindl\u00ab dort den zweiten Platz belegt, obwohl wir preislich unter den g\u00fcnstigsten waren.<\/p>\n<p><strong>Wie sch\u00e4tzen Sie die Entwicklung der Kakao- und Schokoladenpreise ein, wird es wieder zu einer Entspannung kommen?<\/strong><\/p>\n<p>Ja, ich glaube schon, dass die Preise wieder g\u00fcnstiger werden. Vier Euro pro Kilo Schokolade werden wir nicht mehr sehen. Aber sechs oder sieben Euro pro Kilo sind meiner Meinung nach realistisch.<\/p>\n<p><strong>Weil wir schon bei den Krisenthemen sind: Wie sehr betrifft Sie der vielzitierte Fachkr\u00e4ftemangel? Tun Sie sich schwerer qualifizierte Mitarbeiter:innen zu finden und zu halten?<\/strong><\/p>\n<p>Ich bin der \u00dcberzeugung, dass man mit seinen Mitarbeitern so umgehen muss, wie man selbst gern behandelt werden m\u00f6chte. Das tun wir bei uns in der Firma. Wir haben eine wirklich sehr, sehr gute Beziehung zu den Mitarbeitern und wir sind stolz auf sie. Aber 2022 war ehrlich gesagt ein schwieriges Jahr und wir mussten sehr viele Leiharbeiter einstellen, um die Auftr\u00e4ge zu stemmen. 2023 haben wir dann sehr viel inseriert und super Leute gefunden. Ich bin wirklich \u00fcberzeugt, dass wir aktuell das beste Team haben, das man haben kann. Wir sind auf allen Positionen super aufgestellt. Jeder bem\u00fcht sich, jeder packt an und greift zu. Wir haben ein wirklich tolles Team.<\/p>\n<p><strong>Wie sie vorhin erw\u00e4hnt haben, ist ihr Bruder vor vier Jahren in Pension gegangen. Wann ist es bei Ihnen so weit und wie sieht es mit der Nachfolge aus?<\/strong><\/p>\n<p>Der Plan ist, dass ich mit 65, also in drei Jahren, in Pension gehe. Wir haben gute Leute und sind gerade dabei alles entsprechend auf Schiene zu bringen. Wir haben ein neues Qualit\u00e4tsmanagement aufgebaut und wir haben k\u00fcrzlich einen neuen Betriebsleiter aufgenommen. Dar\u00fcber hinaus haben wir, seit mein Bruder in Pension gegangen ist, mit Michael Dunkl einen Prokuristen, der nach mir dann den Betrieb als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer weiterf\u00fchren wird. Es ist sch\u00f6n zu sehen, dass alles in die richtige Richtung weiterl\u00e4uft.<\/p>\n<p><strong>F\u00e4llt es Ihnen schwer sich zur\u00fcckzuziehen?<\/strong><\/p>\n<p>Sie kennen sicherlich den Spruch, wer seinen Beruf zum Hobby macht, braucht ein Leben lang nicht zu arbeiten. Genau so ist es bei mir. Mir macht der Beruf so viel Spa\u00df und ich liebe unsere Firma. Das liegt auch an den Mitarbeitern. Ich mag unsere Mitarbeiter von Herzen gern. Es ist nat\u00fcrlich schwierig, irgendwann einmal loszulassen. Aber irgendwann musst du in Pension gehen. Je \u00e4lter man wird, desto mehr merkt man, dass man nicht mehr \u00fcberall so mitkann. Zum Beispiel Social Media, das ist \u00fcberhaupt nicht meines. Deshalb muss man den Jungen eine Chance geben. Wir haben ein junges Team. Der Verkaufsleiter ist 30 Jahre alt. Unser Betriebsleiter ist 35 Jahre alt. Ich glaube, dass wir die besten Chancen haben, dass das noch viele Jahre so gut weitergeht.<\/p>\n<p><strong>Sie haben zum 175-j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um den ersten \u00bbPischinger\u00ab-Shop er\u00f6ffnet. Ist das in erster Linie ein Marketingprojekt oder ein echtes Business?<\/strong><\/p>\n<p>Nein, das ist kein Marketing. Das ist Business \u2013 ein tolles Business sogar. Die Adresse, Graben 26 in der Wiener City, ist absolute Bestlage. Das Gesch\u00e4ft l\u00e4uft wirklich gut. Das liegt auch daran, dass die \u00bbPischinger\u00ab-Produkte vergleichsweise g\u00fcnstig sind \u2013 vor allem f\u00fcr die Innenstadt. Wir liefern dort jeden Tag vier bis f\u00fcnf Paletten Ware hin und dort kaufen nicht nur Touristen ein, was man bei dem Standort glauben m\u00f6chte, sondern auch viele Wiener. Ich w\u00fcrde sogar sagen, es teilt sich 50:50 auf. Bei den \u00bbHeindl\u00ab-Shops am Stephansplatz, in der K\u00e4rntnerstra\u00dfe oder am Kohlmarkt sind es hingegen fast 90 Prozent Touristen.<\/p>\n<p><strong>Nachdem es so gut l\u00e4uft, k\u00f6nnen Sie sich vorstellen noch weitere Shops aufzumachen, vielleicht auch in anderen St\u00e4dten als Wien?<\/strong><\/p>\n<p>Sagen wir mal so, es ist immer am leichtesten in Wien, da hier unsere Wurzeln sind und wir ein traditionelles Wiener Familienunternehmen sind. Ich glaube, dass das wirklich gut funktionieren kann. Wenn die Umst\u00e4nde passen, dann werden wir sicher noch ein paar \u00bbPischinger\u00ab-L\u00e4den aufsperren. Als wir die Marke 2006 gekauft haben, hat es praktisch in alle Himmelsrichtungen \u00bbPischinger\u00ab-Shops gegeben. Ich denke es ist an der Zeit, dass wir \u00bbPischinger\u00ab noch mehr pushen, und das gehen wir jetzt an!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der \u00bbHeindl\u00ab-Chef verr\u00e4t im PROFI-Interview wie ihn Heurigenbesuche zum \u00bbPischinger\u00ab-Fan gemacht haben, ob Schokolade bald zum Luxusgut wird, warum der erste \u00bbPischinger\u00ab-Shop ein tolles Business ist und wie das Unternehmen die multiplen globalen Krisen unbeschadet \u00fcberstanden hat.<\/p>\n","protected":false},"author":141,"featured_media":42779,"template":"","meta":{"inline_featured_image":false,"site-sidebar-layout":"default","site-content-layout":"","ast-site-content-layout":"default","site-content-style":"default","site-sidebar-style":"default","ast-global-header-display":"","ast-banner-title-visibility":"","ast-main-header-display":"","ast-hfb-above-header-display":"","ast-hfb-below-header-display":"","ast-hfb-mobile-header-display":"","site-post-title":"","ast-breadcrumbs-content":"","ast-featured-img":"","footer-sml-layout":"","ast-disable-related-posts":"","theme-transparent-header-meta":"default","adv-header-id-meta":"","stick-header-meta":"","header-above-stick-meta":"","header-main-stick-meta":"","header-below-stick-meta":"","astra-migrate-meta-layouts":"set","ast-page-background-enabled":"default","ast-page-background-meta":{"desktop":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"tablet":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"mobile":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""}},"ast-content-background-meta":{"desktop":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"tablet":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"mobile":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""}}},"newskategorie":[10],"newstag":[272,27,262],"class_list":["post-42615","newsbeitrag","type-newsbeitrag","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","newskategorie-top-player","newstag-handel","newstag-interview","newstag-schokolade"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.3 - 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