{"id":42958,"date":"2024-07-18T12:00:49","date_gmt":"2024-07-18T10:00:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.falstaff.com\/profi\/?post_type=newsbeitrag&#038;p=42958"},"modified":"2024-07-18T12:15:13","modified_gmt":"2024-07-18T10:15:13","slug":"wir-wurden-angesehen-als-kaemen-wir-von-einem-anderen-stern","status":"publish","type":"newsbeitrag","link":"https:\/\/www.falstaff.com\/profi\/newsbeitrag\/wir-wurden-angesehen-als-kaemen-wir-von-einem-anderen-stern\/","title":{"rendered":"\u00bbWir wurden angesehen, als k\u00e4men wir von einem anderen Stern\u00ab"},"content":{"rendered":"<p>Christian Wymetal kommt beruflich eigentlich aus einer ganz anderen Ecke: \u00dcber Filmwerbung und die Fernsehbranche sei er zum Business mit gro\u00dfen LED-Screens gekommen, erz\u00e4hlt er. Er hat zwei Jahre f\u00fcr \u00bbSwarovski\u00ab gearbeitet, wo solche Systeme entwickelt wurden. Dann hat er sich selbstst\u00e4ndig gemacht und die Screens und das ganze System rundherum f\u00fcr Formel-1- und MotoGP-Rennen, Rockkonzerte \u2013 etwa f\u00fcr die Rolling Stones in Rio de Janeiro \u2013 und andere Gro\u00dfveranstaltungen vermietet.<\/p>\n<p>Heute ist er Hotelier. Und zwar nicht irgendwo, sondern auf dem Inselparadies Sansibar. Seit 2011 betreibt er dort mit seiner Frau Barbara das \u00bbSeVi Boutique Hotel\u00ab an der malerischen K\u00fcste des Fischerdorfs Kigomani. Die Luxusherberge umfasst 13 exklusive Bungalows sowie eine Strandvilla und wird \u2013 um der wachsenden Nachfrage gerecht zu werden \u2013 um 6.000 Quadratmeter erweitert<strong>. <\/strong>Dass er zum Hotelbesitzer geworden ist, sei einer \u00bbJux- und Tollereiaktion\u00ab zu verdanken, verr\u00e4t er lachend.<\/p>\n<p>PROFI: <strong>Herr Wymetal, wie ist es denn dazu gekommen, dass Sie 2006 ihr erstes Grundst\u00fcck auf Sansibar 2006 gekauft haben?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Christian Wymetal:<\/strong> Eigentlich durch einen Zufall. Neben meiner unternehmerischen T\u00e4tigkeit mit den Screens, hatte ich \u2013 <span style=\"font-size: 16px;\">in der gleichen Branche \u2013 eine Beteilung in Polen und einer der Shareholder war sehr Afrika-affin. Er hatte damals schon ein Hotel auf Sansibar und hat mich und meine Familie dorthin eingeladen. Als ich dann dort war, hat er mich gefragt, ob ich ihn begleiten m\u00f6chte, da er sich ein paar Grundst\u00fccke anschauen wird. Er war auf der Suche nach einer weiteren Fl\u00e4che, um ein zweites Hotel zu bauen. Und da ich nicht so ein gro\u00dfer Sonnenanbeter bin, bin ich mitgekommen. Am Ende haben ich in einer Jux- und Tollereiaktion das Grundst\u00fcck gemeinsam mit ihm f\u00fcr 200.000 Dollar gekauft. Da sind dann nochmal rund 100.000 dazugekommen, da wir als Kompensation an die Dorfgemeinschaft eine Krankenstation gebaut haben.<\/span><\/p>\n<p><strong>Hatten Sie da schon die Idee, sich als Hotelier zu versuchen oder ist das erst sp\u00e4ter gekommen?<\/strong><\/p>\n<p>Ich hatte keine Ahnung vom Hotelbusiness, aber grunds\u00e4tzlich war schon die Idee da, dass, nachdem wir das Grundst\u00fcck gemeinsam gekauft haben, auch das Hotel gemeinsam betreiben.<\/p>\n<p><strong>Aufgesperrt haben Sie das Hotel aber erst f\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter, n\u00e4mlich 2011. Warum hat es so lange gedauert?<\/strong><\/p>\n<p>Nachdem wir das Grundst\u00fcck gekauft hatten, ist es ungef\u00e4hr ein halbes Jahr brach gelegen und in dieser Zeit haben wir Kaufanfragen daf\u00fcr von bis zu eineinhalb Millionen Dollar erhalten. Sprich in weniger als einem Jahr h\u00e4tten wir eine Rendite von 500 Prozent gemacht. Aber mein damaliger Gesch\u00e4ftspartner war gegen den Verkauf und wollte unbedingt ein Hotel bauen. Dann habe ich nolens volens ein Hotel mit ihm gebaut <em>(lacht)<\/em>. Eigentlich war die Abmachung, dass er f\u00fcr die Entwicklung und den Bau des Hauses zust\u00e4ndig ist. Er kam n\u00e4mlich aus der Baubranche und da er auch schon ein Hotel dort hatte, hatte er schon entsprechende Kontakte. Meine Aufgabe w\u00e4re es dann gewesen, mich etwa darum zu k\u00fcmmern, ein Management f\u00fcr das Hotel zu finden. Aber am Ende sind wir nicht wirklich zusammengekommen, da ich eine komplett andere Vision vom Hotel hatte als er. Ich wollte eher ins obere Segment und er wollte etwas im 3-Sterne-Bereich machen. Ich habe ihn dann \u00fcber die folgenden f\u00fcnf Jahre Zug um Zug ausgekauft und als wir das Hotel dann 2011 er\u00f6ffnet haben, war ich 100-prozentiger Eigent\u00fcmer.<\/p>\n<blockquote><p>\u00bbRetrospektiv betrachtet, hat es nur H\u00fcrden gegeben.\u00ab<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Hat es in diesen f\u00fcnf Jahren, zwischen Ankauf des Grundst\u00fccks und Bau des Hotels, auch H\u00fcrden von Seiten der lokalen Beh\u00f6rden gegeben?<\/strong><\/p>\n<p>Retrospektiv betrachtet, hat es nur H\u00fcrden gegeben. Ich k\u00f6nnte heute eine Beratungsagentur auf der Insel aufmachen und jedem, der dort investieren will, sagen, welche Kardinalsfehler er nicht machen darf. Ich habe sie n\u00e4mlich alle gemacht und auch das entsprechende Lehrgeld bezahlt <em>(lacht)<\/em>. Damals war vieles lockerer als es heute ist. Jetzt ist viel mehr reglementiert. Es gibt irrsinnige b\u00fcrokratische H\u00fcrden und die Korruption ist \u2013 von ganz oben bis zum kleinsten Beamten \u2013 massiv. Dieses System des Handaufhaltens geht durch alle Instanzen.<\/p>\n<p><strong>Was sind die absurdesten Dinge, die Sie in diesem Zusammenhang erlebt haben?<\/strong><\/p>\n<p>Das Absurdeste ist, dass es f\u00fcr alles eine Lizenz braucht. Ein Beispiel: Wenn du ein Hotel hast, brauchst du eine Liquor Licence, damit du Alkohol ausschenken darfst \u2013 diese kostet immer gleich viel, egal ob du drei oder 200 Zimmer hast. Dann brauchst du eine Lizenz, damit du die G\u00e4ste mit dem Auto vom Flughafen abholen kannst und du brauchst nat\u00fcrlich auch eine Lizenz, wenn du mit deinen G\u00e4sten einen Bootsausflug machst. Und f\u00fcr alle Lizenzen muss man nat\u00fcrlich bezahlen. Aber es gibt keine un\u00fcberwindbaren H\u00fcrden, sonst h\u00e4tte ich jetzt kein Hotel dort.<\/p>\n<p><strong>Seit Sie das Hotel vor 13 Jahren er\u00f6ffnet haben, hat sich der Tourismus auf Sansibar wahnsinnig weiterentwickelt. Die G\u00e4stezahlen haben sich in dieser Zeit verdreifacht und 2030 sollen bereits eine Million G\u00e4ste pro Jahr auf die Insel kommen. Wirtschaftlich ist das f\u00fcr die Insel gro\u00dfartig aber viel Tourismus bedeutet nat\u00fcrlich auch ein Mehr an Problemen \u2026<\/strong><\/p>\n<p>Es gibt diesen Spruch: \u00bbDer Tourist, der das Paradies sucht, hat es, wenn er es gefunden hat, schon zerst\u00f6rt.\u00ab Leider ist es tats\u00e4chlich oft so. Um das zu verdeutlichen: Nungwi ist der Touri-Hotspot schlechthin auf Sansibar. Als ich 2006 dort war, war das im Prinzip ein Fischerdorf. Ich bin damals mit meiner Frau den Strand, an dem heute die ganzen Hotels stehen, entlang spaziert und man hat vielleicht alle halbe Stunde einen Wei\u00dfen gesehen. Wir wurden angesehen, als k\u00e4men wir von einem anderen Stern, weil wir unseren Sohn, der damals eineinhalb Jahre war, mit einem Buggy <em>(Kinderwagen \u2013 Anm. d. Red.)<\/em> durchs Dorf geschoben haben. Damals hat es nur ein paar wenige Hotels gegeben. Ohne die genauen Zahlen zu kennen, w\u00fcrde ich sagen, dass es heute dort 40.000 bis 50.000 Touristen gibt.<\/p>\n<p><strong>Herrscht vor Ort ein Bewusstsein f\u00fcr die Herausforderungen, die sich daraus ergeben?<\/strong><\/p>\n<p>Das ist eine gute Frage. Sansibar ist ja Teil von Tansania <em>(Tansania ist eine F\u00f6deration aus Tanganjika am Festland und der Insel Sansibar und der Name setzt sich aus den jeweils ersten drei Buchstaben der beiden Landesteile sowie den letzten drei Buchstaben des Wortes Azania \u2013 ein Name f\u00fcr verschiedene subsaharanische afrikanische Gegenden \u2013 zusammen \u2013 Anm. d. Red.)<\/em> und in Tansania liegt der Serengeti-Nationalpark. Es gibt einen unglaublichen Willen, diesen Nationalpark in seiner ganzen Vielfalt und Sch\u00f6nheit zu erhalten und die Europ\u00e4ische Union (EU) unterst\u00fctzt das extrem. Man versucht also dieses \u00d6kosystem und diese Tierwelt zu erhalten, auch weil sie nat\u00fcrlich ein unheimlicher Einnahmefaktor sind. Auf Sansibar selbst vermisse ich diesen Weitblick ein bisschen. Massentourismus bedeutet Massen, die f\u00fcr wenig Geld viel haben wollen. Deshalb w\u00e4re es meiner Meinung nach besser, sich auf Qualit\u00e4tstourismus zu konzentrieren. Also weniger G\u00e4ste, die daf\u00fcr pro Kopf deutlich mehr Geld ausgeben.<\/p>\n<blockquote><p>\u00bbMassentourismus bedeutet Massen, die f\u00fcr wenig Geld viel haben wollen.\u00ab<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Hat man als Unternehmer entsprechenden Einfluss auf die Entscheidungstr\u00e4ger, um eine Entwicklung zu forcieren, die nicht Richtung Massentourismus geht?<\/strong><\/p>\n<p>Es gibt so eine Art Board von den namhafteren Hotels. Ich k\u00f6nnte da auch drinnen sitzen, um einmal im halben Jahr mit dem Herrn Pr\u00e4sidenten in einem Diskussionsforum zu sein, aber ich eigne mich nicht als K\u00e4mmerer. Und was ich so von den befreundeten Expats h\u00f6re, bringt es nicht wirklich was. Ich denke, was die Steuerung des Tourismus betrifft, k\u00f6nnen wir gar nichts bewirken. Wenn ich ein Hotel auf Sansibar habe, muss ich \u00fcberproportional viel Geld verdienen, um etwaige Risiken abzudecken. Ich habe etwa keine Rechtssicherheit und es gibt viele Dinge nicht, die hier in \u00d6sterreich selbstverst\u00e4ndlich sind. Wir als Hoteliers m\u00fcssen klar machen, dass, je mehr zerst\u00f6rt wird, es umso schwieriger wird, langfristig wirtschaftlich zu sein. Aber man muss auch sagen, dass sich die neue Regierung in Tansania ganz guter Berater bedient \u2013 zumindest im Steuersektor <em>(lacht)<\/em>.<\/p>\n<p><strong>Sie besch\u00e4ftigen \u00fcber 70 Mitarbeiter. Hierzulande ist der Mangel an Fachkr\u00e4ften \u2013 gerade auch im Tourismus \u2013 ein gro\u00dfes Thema. Ich nehme mal an, das spielt auf Sansibar keine so gro\u00dfe Rolle.<\/strong><\/p>\n<p>Richtig. Rund 80 Prozent der Wirtschaftsleistung werden durch den Tourismus generiert und etwa zehn Prozent der Bev\u00f6lkerung arbeiten im Tourismusbereich. Das Bildungs- und Ausbildungsniveau ist mit dem \u00f6sterreichischen aber nicht zu vergleichen. Es gibt keine einzige Hotelfachschule und keine einzige Ausbildungsst\u00e4tte. Deshalb musst du den Mitarbeitern selbst beibringen, was sie k\u00f6nnen sollen. Auf dem Festland ist die Ausbildungssituation besser und von dort kriegt man auch gut geschultes Personal. Aber wir haben aktuell nur Mitarbeiter aus dem Dorf, in dem wir sind. Das ist auch ein Bekenntnis von uns, dass wir die Ausbildung des lokalen Personals \u00fcbernehmen. Die F\u00fchrungskr\u00e4fte kommen aber in der Regel aus Europa.<\/p>\n<p><strong>So wie Managing Director Fabian Anderhuber, der aus \u00d6sterreich kommt. Wie stark sind Sie selbst in das operative Gesch\u00e4ft eingebunden?<\/strong><\/p>\n<p>Ehrlich gesagt, versuche ich mich da m\u00f6glichst rauszuhalten. Fabian macht das super. Er ist ein Profi und ich w\u00fcrde es an seiner Stelle auch nicht wollen, wenn mir der Eigent\u00fcmer st\u00e4ndig erkl\u00e4rt, wie ich meinen Job zu machen habe. Zudem komme ich nicht aus dem Tourismus. Ich k\u00fcmmere mich um die Finanzen und das Controlling sowie strategische Dinge, wie beispielsweise Grundst\u00fcckszuk\u00e4ufe. Und ich rede auch mit, was die K\u00fcche betrifft. Ich koche gerne und ich esse gerne hochqualitativ und zum Grauen meines Managers und meiner Frau gebe ich da wahnsinnig viel Geld aus <em>(lacht)<\/em>.<\/p>\n<p><strong>Was servieren Sie im Restaurant Ihres Hotels?<\/strong><\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich w\u00fcrde ich den kulinarischen Stil in unserem Haus mediterran nennen. Wir kochen kein Chichi, sprich wir fliegen keine Perigord-Tr\u00fcffel und keinen Lachs ein, da die Insel sowieso wahnsinnig viel bietet. Zudem haben wir einen Themenabend pro Woche, wo wir, auf Buffetbasis, nur Swahili-Kost anbieten. Auch an den anderen Tagen haben wir zumindest ein Swahili-Gericht auf der Karte. Das kommt bei den G\u00e4sten sehr gut an.<\/p>\n<figure id=\"attachment_41881\" aria-describedby=\"caption-attachment-41881\" style=\"width: 1024px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-41881\" src=\"https:\/\/www.falstaff.com\/profi\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Team-SeVi-Boutique-Hotel-c-SeVi-1500-1024x683.jpg\" alt=\"Barbara und Christian Wymetal (Mi.) mit einem Teil ihres \u00bbSeVi\u00ab-Teams. \u00a9 SeVi\" width=\"1024\" height=\"683\" srcset=\"https:\/\/www.falstaff.com\/profi\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Team-SeVi-Boutique-Hotel-c-SeVi-1500-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.falstaff.com\/profi\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Team-SeVi-Boutique-Hotel-c-SeVi-1500-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.falstaff.com\/profi\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Team-SeVi-Boutique-Hotel-c-SeVi-1500-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.falstaff.com\/profi\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Team-SeVi-Boutique-Hotel-c-SeVi-1500.jpg 1500w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-41881\" class=\"wp-caption-text\">Barbara und Christian Wymetal (Mi.) mit einem Teil ihres \u00bbSeVi\u00ab-Teams, inklusive K\u00fcchenchef Marco Pohlner (3. v. li.) und Managing Director Fabian Anderhuber (5. v. re.). \u00a9 SeVi<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Die kulinarische Linie im \u00bbSeVi\u00ab hat ein \u00d6sterreicher \u2013 n\u00e4mlich Spitzenkoch Lukas Nagl \u2013 aufgebaut. Wie ist es dazu gekommen?<\/strong><\/p>\n<p>Ich kenne ihn privat sehr gut und damals war Lukas noch im \u00bbSteirereck\u00ab. Ich habe mir gedacht, wie kann ich mich von den anderen h\u00f6herwertigen Hotels auf Sansibar abheben? Denn wenn wir uns ehrlich sind, sind die Bungalows alle \u00e4hnlich, die Palmen, das Meer und der Sandstrand sind auch f\u00fcr alle gleich. Da ich gerne koche und esse, habe ich mir dann gedacht, dass wir einfach besser kochen m\u00fcssen als die anderen. Aus wirtschaftlicher Sicht war das eigentlich eine Katastrophe <em>(lacht)<\/em>. Der Lukas wollte nat\u00fcrlich entsprechend verdienen und seine damalige Freundin und jetzige Frau hat als Restaurantleiterin fungiert. Nachdem er dann bei mir als Koch aufgeh\u00f6rt hat, war er in einer beratenden Funktion t\u00e4tig. Er bildet viele Leute aus und wei\u00df, welche Anforderungen ich an einen Koch habe. Auf diese Weise hat er mir immer wieder Leute vermittelt.<\/p>\n<p><strong>Ist es schwierig einen guten Koch von Europa nach Sansibar zu \u00bblocken\u00ab?<\/strong><\/p>\n<p>Eigentlich ist es ganz einfach: Du musst einfach mehr zahlen <em>(lacht)<\/em>. Die Aussicht auf ein Inselparadies mit den wundersch\u00f6nsten Str\u00e4nden reicht leider nicht aus. Zudem muss er jung, hungrig und unabh\u00e4ngig sein. Es kommt auch ein bisschen drauf an, in welche Richtung sich der Koch entwickeln m\u00f6chte. Wenn du unbedingt in die Sternek\u00fcche willst, dann bist du bei mir nicht richtig, weil es keinen Lehrmeister gibt, der auf Sterne aus ist.<\/p>\n<p><strong>Aktuell ist Marco Pohlner, der vorher unter anderem im \u00bbRed Bull\u00ab-Restaurant \u00bbIkarus\u00ab im \u00bbHangar-7\u00ab gekocht hat, K\u00fcchenchef im \u00bbSeVi\u00ab. Wie sind Sie zu ihm gekommen?<\/strong><\/p>\n<p>Ich habe Marco am Attersee, meiner Heimat, kennengelernt. Er ist ein hervorragender Koch und passt menschlich auch gut zu uns.<\/p>\n<p><strong>Sie werden bald noch ein zweites Restaurant aufzusperren. Was ist dort kulinarisch geplant?<\/strong><\/p>\n<p>Dieses Restaurant wird auf unserer zweiten Anlage, die gerade in der Fertigstellung ist, beheimatet sein. Die Idee ist, dass wir dort ein bisschen mehr in die italienische Richtung gehen und an ein oder zwei Tagen die Woche ein Fine-Dining-Men\u00fc anbieten. Sprich, es wird ein wenig experimenteller. Ich wei\u00df noch nicht, wie es funktionieren wird, aber wir werden es auf jeden Fall mal ein paar Monate durchziehen. Als Koch habe ich einen Italiener in petto, was sich in diesem Fall nat\u00fcrlich anbietet.<\/p>\n<figure id=\"attachment_41880\" aria-describedby=\"caption-attachment-41880\" style=\"width: 1024px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-41880\" src=\"https:\/\/www.falstaff.com\/profi\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/SeVi-Boutique-Hotel-c-SeVi-1500-1024x683.jpg\" alt=\"Blick auf einen der Bungalows des \u00bbSeVi Boutique Hotels\u00ab. \u00a9 SeVi\" width=\"1024\" height=\"683\" srcset=\"https:\/\/www.falstaff.com\/profi\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/SeVi-Boutique-Hotel-c-SeVi-1500-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.falstaff.com\/profi\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/SeVi-Boutique-Hotel-c-SeVi-1500-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.falstaff.com\/profi\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/SeVi-Boutique-Hotel-c-SeVi-1500-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.falstaff.com\/profi\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/SeVi-Boutique-Hotel-c-SeVi-1500.jpg 1500w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-41880\" class=\"wp-caption-text\">Blick auf einen der Bungalows des \u00bbSeVi Boutique Hotels\u00ab. \u00a9 SeVi<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Sie haben aktuell noch <a href=\"https:\/\/www.conda.at\/startup\/sevi\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><u>eine Crowdfunding-Aktion<\/u><\/a> laufen. Die Fundingschwelle von 100.000 Euro wurde bereits \u00fcberschritten. Das Wunschziel ist aber 350.000 Euro. Das wird sich in der Restzeit wahrscheinlich nicht mehr ausgehen. \u00dcberwiegt die Freude, dass der Zielbetrag erreicht wurde, oder sind Sie auch ein bisschen entt\u00e4uscht, dass es sich mit dem Wunschbetrag nicht ausgeht?<\/strong><\/p>\n<p>Mit meiner langj\u00e4hrigen Erfahrung als Selbstst\u00e4ndiger wei\u00df ich, dass es vern\u00fcnftig ist, wenn man einen Plan B hat. Ehrlich gesagt, bin ich nicht extrem entt\u00e4uscht, wenn das Wunschziel nicht erreicht wird, denn das Mehr an Geld bedeutet auch ein Mehr an Druck. Crowdinvesting ist \u00bbnur\u00ab eines unserer Finanzierungsstandbeine, bis dato haben wir die gesamte Entwicklung der Hotelanlage f\u00fcr \u00fcber 18 Jahre ausschlie\u00dflich aus Eigenmitteln finanziert.<\/p>\n<p><strong>Was m\u00f6chten Sie mit dem Geld \u00fcberhaupt finanzieren?<\/strong><\/p>\n<p>Unser Stammhotel hat 13 Einheiten plus eine Villa. Ich habe mich einen Steinwurf weiter bei einem \u00d6sterreicher und lieben Freund von mir mit 50 Prozent eingekauft. Auf dem Grundst\u00fcck, das 6.000 Quadratmeter umfasst, bauen wir gerade sieben hochwertige Apartments, die \u2013 wie vorhin bereits erw\u00e4hnt \u2013 kurz vor der Fertigstellung sind. Zwischen diesem und meinem Grundst\u00fcck, gibt es noch weitere Gr\u00fcnde, die ich alle gekauft habe. Dort wollen wir ein doppelst\u00f6ckiges Geb\u00e4ude mit f\u00fcnf Apartments und sechs bis acht Bungalows bauen. Das Geld aus dem Crowdfunding w\u00e4re daf\u00fcr gedacht, mit den Bungalows zu beginnen. Das gesamte Investitionsvolumen w\u00fcrde ungef\u00e4hr 1,5 Millionen Euro betragen. Jetzt werden wir in der alten Anlage anstelle des Spa-Bereichs einen Bungalow bauen. Der Spa-Bereich bringt finanziell wenig und ben\u00f6tigt \u00fcber 400 Quadratmeter Platz. Deshalb wird er in eine Villa verlagert, die einen gro\u00dfz\u00fcgigen Freibereich mit Pool hat. Da bauen wir auch noch einen Bungalow dazu.<\/p>\n<p><strong>Wieviel Zeit verbringen Sie eigentlich auf Sansibar?<\/strong><\/p>\n<p>Da wir noch ein schulpflichtiges Kind haben, teilen meine Frau und ich uns das ein wenig auf. Wir schauen, dass einer von uns zumindest einmal im Monat dort ist. Das ist auch ausreichend, da ich mich operativ ja nicht einmische und das Finanzielle sowie das Controlling kann ich auch von \u00d6sterreich aus machen. Wenn ich dort bin, bin ich nicht dort, um eine Kontrollfunktion auszu\u00fcben, da die Jungs das richtig gut machen und ich ihnen auch hundertprozentig vertraue.<\/p>\n<p><strong>Vielen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Christian Wymetal ist Hotelier im Paradies \u2013 n\u00e4mlich auf Sansibar. Im Interview mit PROFI erz\u00e4hlt er, wie es dazu gekommen ist, womit er seine Frau und seinen Hotelmanager zum Verzweifeln bringt, wie der wachsende Tourismus Sansibar ver\u00e4ndert hat und dass es gar nicht so einfach ist, einen \u00f6sterreichischen Spitzenkoch auf die Insel zu locken.<\/p>\n","protected":false},"author":141,"featured_media":41882,"template":"","meta":{"inline_featured_image":false,"site-sidebar-layout":"default","site-content-layout":"","ast-site-content-layout":"default","site-content-style":"default","site-sidebar-style":"default","ast-global-header-display":"","ast-banner-title-visibility":"","ast-main-header-display":"","ast-hfb-above-header-display":"","ast-hfb-below-header-display":"","ast-hfb-mobile-header-display":"","site-post-title":"","ast-breadcrumbs-content":"","ast-featured-img":"","footer-sml-layout":"","ast-disable-related-posts":"","theme-transparent-header-meta":"default","adv-header-id-meta":"","stick-header-meta":"","header-above-stick-meta":"","header-main-stick-meta":"","header-below-stick-meta":"","astra-migrate-meta-layouts":"set","ast-page-background-enabled":"default","ast-page-background-meta":{"desktop":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"tablet":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"mobile":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""}},"ast-content-background-meta":{"desktop":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"tablet":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"mobile":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""}}},"newskategorie":[10],"newstag":[313,184,27],"class_list":["post-42958","newsbeitrag","type-newsbeitrag","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","newskategorie-top-player","newstag-afrika","newstag-hotellerie","newstag-interview"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.3 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>\u00bbWir wurden angesehen, als k\u00e4men wir von einem anderen Stern\u00ab - Falstaff Profi<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.falstaff.com\/profi\/newsbeitrag\/wir-wurden-angesehen-als-kaemen-wir-von-einem-anderen-stern\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"\u00bbWir wurden angesehen, als k\u00e4men wir von einem anderen Stern\u00ab - Falstaff Profi\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Christian Wymetal ist Hotelier im Paradies \u2013 n\u00e4mlich auf Sansibar. 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