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Es ist kurz nach Mitternacht, und vor dem kleinen Laden am Ripa di Porta Ticinese hat sich eine Schlange bis hinaus auf die Straße gebildet. Wofür stehen die Leute hier an? Für das beste Eis Mailands! Handgemacht, nach Familienrezept, aber das verrät Giovanni natürlich nicht. Der 22-Jährige gibt nur einen Tipp: »Das Pistazieneis müssen Sie probieren!« Dann taucht er die Spachtel in den gekühlten Metallbehälter, schabt und streicht, dreht und wendet, bis sich die sattgrüne Masse, in kunstvolle Wellen gelegt, im Hörnchen zum Türmchen formt. Der erste Schleck bestätigt: Gute Wahl! Die Masse sahnig-cremig, das Aroma kräftig nach gerösteten Pistazien. Süß, aber nicht zu süß. Giovanni Spina ist hier in der ehemaligen Apotheke mit den nostalgischen Wandschränken aus dunklem Holz bis vor Kurzem noch zusammen mit seinem Vater gestanden. Der hatte Mailands bestes Eis vor 25 Jahren kreiert und immer weiter verfeinert. Dann ist er im vergangenen Jahr viel zu früh verstorben und hat seinem Sohn vorher aber noch die geheime Rezeptur verraten.
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