Wenn es Herbst wird, beginnt in Südtirol die Törggele-Saison. Das Fest rund um zünftige Tiroler Hausmannskost, Kastanien und Jungwein wird wieder ursprünglicher.

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»Den Leuten aus dem Dorf ist das Törggelen heute fast überall unerträglich geworden, deshalb kommen sie zu uns«, sagt Michaela Raich-Augschöll vom »Fuschg« in St. Valentin bei Villanders – ohne selbstgefällig zu wirken. Gemeinsam mit ihrem Mann Anton führt sie den Betrieb oberhalb von Klausen im Eisacktal und hat ihn bis heute erfolgreich vor jeder touristischen Vereinnahmung bewahrt. Touristische Vereinnahmung, das bedeutet nur allzu oft Gruppenbusfahrten statt Herbstwanderungen bis vor die Gaststätte, lieblose Törggelemenüs mit Zutaten aus dem nächsten Supermarkt und Kastanien aus der Türkei, alles untermalt von schaurig-schunkeliger Schlagermusik. Seit vor gut 40 Jahren das touristische Potenzial des Törggelens erkannt wurde, gibt es vielerorts kein Halten mehr, und der bei Südtirolern wie Gästen gleichermaßen beliebte herbstliche Brauch verkam immer mehr zur Massenabfertigung.

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