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Wasser und Wein ist nicht nur eine biblische Verbindung, auch die Seefahrt kennt diese Liaison und hatte zu allen Zeiten auf ihren Fahrten über die unsicheren Gewässer der Weltmeere Weine für den Eigengebrauch mit an Bord: in der Antike in handliche Amphoren gefüllt, später standen ganze Fässer im Bauch der Segelschiffe. Der gut gefüllte Vorrat diente allerdings weniger dem schluckweisen Genuss hochwertiger Gewächse zum trockenen Schiffszwieback oder etwa einer Weinprobe, um die raubeinigen Seeleute in die Geheimnisse der verschiedenen Rebsorten und Anbaumethoden einzuführen. Das schwimmende Weinlager hatte vielmehr einen gesundheitlichen Hintergrund: Wein ist ein alkoholisches Getränk und somit antiseptisch – er kann, im Gegensatz zu Wasser, nicht faulen. Glaubt man der alten Seemannsweise »Wir lagen vor Madagaskar«, dann hatte die unglückselige Mannschaft nicht nur die Pest an Bord, sondern in den Kesseln faulte auch das Wasser. Offensichtlich hatten die Jungs vergessen, den Wein mitzunehmen – unter Umständen ein tödlicher Fehler, sobald man von dem faulen Nass trank. Dazu wurde Wein zur Wunddesinfektion und als Medizin eingesetzt, was schon der alte Cäsar seinen Legionen verordnete und die Schiffsärzte als guten Tipp dankbar übernahmen.
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