Blick über die Jerusalemer Altstadt mit der für das Judentum wichtigen Westmauer und – im Hintergrund – dem Felsendom, einem der Hauptheiligtümer des Islam.

Jerusalem: Mutter aller Geschmäcker

Judith Hecht, 30.11.2023

Für Juden, Christen und Muslime ist Jerusalem die »Heilige Stadt«. Und sie ist ein Mittelpunkt des israelisch-palästinensischen Konflikts. Was alle Bewohner verbindet, egal welcher Religion sie angehören, sind das Essen und die Begeisterung dafür.

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Die alten, engen Steingassen in der Jerusalemer Altstadt sind wie leer gefegt. Selbst an der Klagemauer beten derzeit nur wenige Juden. Und dort, wo es sonst nach orientalischen Gewürzen, ofenfrischem Rugelach, Challah und Pita riecht und den Besuchern Granatäpfel, Zitronen, Feigen, Okraschoten und Paprika in strahlenden Farben entgegenleuchten, am Mahane-Yehuda-Markt im Zentrum, tummeln sich derzeit keine Menschen. Die kleinen Läden, in denen Touristen sonst mit den Besitzern um Rabatte für Stoffe, Schmuck und Wasserpfeifen feilschen, sind fast alle geschlossen, die Rollbalken heruntergelassen. Auch in den Cafés und Bars, die das Bild der Straßen so prägen, sitzen nur einige Wenige. Zu groß ist die Angst vor weiteren Anschlägen der Hamas. Seit den Angriffen der palästinensischen Terrororganisation am 7. Oktober kommen auch keine Touristen mehr in die Stadt. Dabei zählte Jerusalem bisher gerade im Dezember zu einem der beliebtesten Reiseziele überhaupt.

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