Wagnerianer: Passionierte Verehrer oder unbeugsame Kritiker?

Manuel Brug, 15.07.2024

Wagnerianer sind alle meschugge, um ein in diesem Kontext eher ungewöhnliches jüdisches Wort zu bemühen. Zwar gibt es auch Brahms- und Meyerbeer-Verbände, Hugo-Wolf- und Beethoven-Gesellschaften, aber deren Mitglieder sind alle nicht so hartnäckig, laut und verhaltensauffällig. Aber eben auch nicht so passioniert, leidensfähig und unverbrüchlich im Glauben.

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Wagnerianer, so nennt man nicht nur die Mitglieder der seit 1871, also fünf Jahre vor den ersten Festspielen sich gründenden Wagner-Verbände, sondern auch die mindestens mittelleicht fanatisierten Fans seiner Musik – was meist deckungsgleich ist. Sie haben ein Pilgerziel mit einem Tempel ihrer Religion: das von Richard dem Großen selbst architektonisch wie akustisch designte Festspielhaus auf dem sogenannten Grünen Hügel.

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