GROSSSTADT MIT DSCHUNGEL: THOMAS HEATERWICKS ARCHITEKTURPORTRÄT

Wojciech Czaja, 28.03.2025

Der Londoner Thomas Heatherwick ist zwar ausgebildeter Designer, doch sein Schwerpunkt liegt heute auf grünen Architekturprojekten in aller Welt. Die vegetativen Impulse auf Plätzen, Dächern und Fassaden sollen das Klima verbessern und Bewusstsein schaffen.  

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Sie ragen wie begrünte Muscheln aus der Fassade, wie üppig drapierte Kandelaber – mit überhängenden Weiden, Farnen und meterlangen Lianen. »Mit der Zeit«, sagt Thomas Heatherwick, »werden die Pflanzen dem Haus eine immer weichere, samtigere Haut verleihen. Ich will, dass das Haus wächst wie ein Sprössling, der unter dem Asphalt Wurzeln geschlagen hat und der sich nun mehr als hundert Meter hoch in den Himmel kämpft – und damit einen bewussten Kontrast schafft zu den harten, allgegenwärtigen Stahl- und Glastürmen rundherum.« Der Ort ist kein Zufall, immerhin pflegt der kleine, tropische Stadtstaat Singapur seit vielen Jahrzehnten schon eine grüne Kultur des Wohnens und Lebens. Aufgrund der begrenzten Staatsfläche von nur 730 Quadratkilometern – kleiner als Berlin – spielt die Verwebung von Stadt und Natur hier eine besonders große Rolle. Und die 20 Wohnungen, luxuriös dimensioniert, eine Einheit pro Etage, haben es in sich: Aus dem Wohnraum tritt man direkt auf den organisch geformten Balkon, vor einem ein Panorama aus sattgrünem Blätterwerk, aus Palmen und Bananen, und sogar der Fischgrätparkettboden reicht, um den Innen- mit dem Außenraum atmosphärisch zu verbinden, bis hinaus ins Freie.

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