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Sigmund Freud, Stefan Zweig, Arthur Schnitzler, Gustav Mahler, Johannes Brahms, Erwin Schrödinger und auch Kaiser Franz Joseph I, sie alle taten es: Sie alle wandten im Hochsommer der heißen Stadt den Rücken zu und zogen mit Koffern, Hausrat und Dienerschaft für ein paar Tage, für ein paar Wochen sogar hinaus aufs Land, hinaus in die Berge, ans Wasser, an die frische Luft – sie fuhren auf Sommerfrische. Der poetische Begriff geht auf das 19. Jahrhundert zurück, als weite Teile Europas durch die Eisenbahn erschlossen wurden, und ist mit der Erklärung »Landlust der Städter auf Sommer« im Wörterbuch der Gebrüder Grimm zu finden. »Sehr beliebt waren das Kamptal, der Wienerwald, der Semmering, Bad Gastein und natürlich auch das gesamte Salzkammergut mit Bad Ischl als kulturelles Zentrum«, sagt der Wiener Historiker und Stadtforscher Peter Payer. »Je wohlhabender man war, desto weiter weg und auch desto länger begab man sich auf Sommerfrische. Und interessanterweise war die Sommerfrische ein durchwegs internationales Phänomen, das nicht nur unter den Wiener:innen zu beobachten war, sondern auch in München, Berlin, Prag, Paris, Brüssel sowie in vielen Großstädten in den USA.
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