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Wenn sich Glas, Metall und Textilien im Raum versammeln und das Licht die Regie übernimmt, stellt sich Lampenfieber im besten Sinne ein. Aus Leuchten werden Charakterdarsteller, die das Schauspiel aus Hell und Dunkel, aus Form und Funktion zu einer präzise inszenierten Aufführung machen. Zwischen Schatten und Glanz entscheidet sich dann, wie ein Raum empfunden wird: Ein einziger Lichtstrahl kann eine kühle Fläche in eine warme Offenbarung verwandeln, eine Form zum Leben erwecken oder einen Teil des Raumes ins Nichts zurückfallen lassen. Für die international renommierte niederländische Designerin Sabine Marcelis ist Licht weit mehr als ein technisches Mittel: »Licht ist für mich zu einem ›immateriellen Material‹ im Design geworden. Es ist ein Medium, das, obwohl physisch nicht greifbar, eine enorme Kraft besitzt, unsere Wahrnehmung und das Erleben von Räumen zu prägen.« Bei ihren Entwürfen sucht sie geradezu nach solchen Augenblicken des Staunens, die nur durch Licht möglich werden. »Ohne Licht gibt es nichts. Es ist der Auslöser, der mir erlaubt, mit Materialien zu spielen – mit Diffusion, Brechung, Transparenz und Schatten.« Ob Glas, Harz, Marmor, Metall oder Textilien – Marcelis erforscht, wie sich das Licht darin finden und hervorlocken lässt, »durch Lampen, Blitze oder Reflexionen«. Besonders fasziniert ist sie von Neon: »Es ist Licht, das seine eigene Form hat. Nicht etwas, das man verstecken muss, sondern das man als eigenständige, schöne Erscheinung inszenieren kann.«
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