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Vor ein paar Monaten noch klaffte im Dominikanerhof ein 18 Meter tiefes Loch. Nun befindet sich anstelle der zweittiefsten Baugrube, die in der Wiener Innenstadt jemals ausgehoben wurde, eine fünfgeschoßige Tiefgarage. »Aber das ist noch lange nicht alles«, sagt der österreichische Künstler Sha. »Wir planen hier unten auch ein Fitness-Center sowie sogar ein Mental-Health-Studio für Geist und Seele.« Nachdem die Alte Post, ein riesiger Gebäudekomplex in der Postgasse 8, jahrelang leer gestanden hatte, kauften die beiden Investorengruppen Soravia und Wertinvest die Liegenschaft 2018, verkauften das von ihnen entwickelte »Post Palais« ein Jahr später aber an die deutsche denkmalneu-Gruppe mit Sitz im bayrischen Bamberg. Diese wiederum warf das Projekt über den Haufen und entwickelte mit »Das Lebendige Haus« ein völlig neues Konzept mit Wohnen, Büros, Hotel, Gewerbe, Co-Working-Spaces, vielfältiger Gastronomie und öffentlich zugänglichen Innenhöfen. In regelmäßigen Abständen führt Sha, der das Haus im Auftrag der denkmalneu-Gruppe mit Kunst und einer Medien- und Klang-Installation im Dominikanerhof bespielen wird, durch die Baustelle. Etliche Dokumentationsfilme sind auch auf YouTube zu finden. Ansonsten aber halten sich der neue Eigentümer, der Projektentwickler und das Wiener Architekturbüro hochform mit Informationen ziemlich bedeckt. Über den konkreten Baufortschritt und den Verwertungsstand der 68.000 Quadratmeter großen, denkmalgeschützten Immobilie, bei deren Sanierung die Bauarbeiter sogar auf Münz- und Keramikobjekte aus der Bronzezeit stießen, ist nicht viel in Erfahrung zu bringen. Nur so viel: Ein offenes, urbanes, mit der Stadt vernetztes Haus soll es werden. Geplante Fertigstellung: noch heuer.
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