Häuser aus Worten und Pinselstrichen: Die Bauten von Liu Jiakun

Wojciech Czaja, 25.04.2025

Liu Jiakun ist Maler, Dichter und Architekt. In seiner Heimatprovinz Sichuan hat er zahlreiche Museen, Wohnbauten, Bürokomplexe, Kulturzentren und Parkanlagen gebaut. Nun wurde der Chinese für sein umfassendes Lebenswerk mit dem Pritzker-Preis ausgezeichnet.

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Hoch oben über dem Chishui, der sich in engen Kurven durch das dicht bewaldete Kalkgebirge windet, balanciert mit aller Ruhe, umgeben von sattem Grün und dramatisch in die Tiefe stürzenden Felswänden, eine feine, fragile Stahlstützenkonstruktion mit Glaswänden, Wasserbecken und weit hinausragender Dachkrempe. Die Inszenierung der wahrlich berauschenden Schönheit könnte nicht passender sein, handelt es sich beim 2020 fertiggestellten Gebäude in Tianbao, Provinz Sichuan, doch um einen Verkostungsraum für Hochprozentiges. Zu Füßen des gläsernen Pavillons wird der sogenannte Xiao-Lang-Likör hergestellt, die Lagerung erfolgt in kalten, tief in den Berg hineingebohrten Stollen, wo die edlen Flaschen bis zum Erreichen der Marktreife einige Jahre in kühler Dunkelheit verbringen.

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