Josef Frank: Zwischen Blütenprint und Bauhaus

Redaktion, 11.11.2025

Er entwarf Möbel, die Geschichten erzählen, statt Dogmen zu verkünden. Josef Frank gilt als der große Humanist der Moderne, ein Architekt und Designer, der sich gegen die Strenge des Bauhauses stellte und das Wohnen wieder menschlich machte. Das Möbelmuseum Wien widmet ihm nun eine Ausstellung, die zeigt, wie aktuell seine Ideen geblieben sind.

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Während sich in den 1920er-Jahren das Bauhaus dem Funktionalismus verschrieb und Möbel zu geometrischen Studien aus Stahl und Glas wurden, ging Josef Frank einen anderen Weg. Der 1885 in Baden bei Wien geborene Architekt glaubte nicht an das »richtige« Wohnen, sondern an das individuelle. Ein Raum, so Frank, müsse beleben, nicht belehren. Seine Entwürfe, vom Sessel bis zur gesamten Wohnarchitektur, folgen dieser Idee. Nichts wirkt starr oder uniform, sondern leicht, farbig und lebendig. Möbel dürfen sich bewegen, Stoffe dürfen blühen, Formen dürfen weich sein. Diese Haltung war eine leise, aber deutliche Gegenbewegung zur asketischen Moderne seiner Zeit und macht Franks Werk bis heute so faszinierend.

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