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Groß, gigantisch, geometrisch: So könnte man Geschichte und Gegenwart der ägyptischen Hauptstadt Kairo zusammenfassen. Auf der einen Seite die Pyramiden, endlos faszinierend in ihrer Abstraktheit, auf der anderen Seite New Cairo, das derzeit in der Wüste im Osten entsteht. Ein neuer Regierungssitz, neue Wohn- und Büroviertel. Doch zwischen diesen Symbolen von Herrschaft und Macht brodelt in der Zehnmillionenstadt am fruchtbaren Nil das wilde Leben, dynamisch, laut, vielstimmig und bisweilen chaotisch. Denn Ägypten verdankte seine Rolle als Wiege der Kultur schon immer der Position am Schnittpunkt der Welten. Afrika, die arabische Welt und der Mittelmeerraum bilden hier eine Schnittmenge. Diese kulturelle Energie lässt sich in der Keramik der Pharaonenzeit ebenso spüren wie in den Performances und Ausstellungen junger Art Spaces in den dicht bebauten Innenstadtvierteln wie Zamalek. Hier hat sich nach dem politischen Bruch des Arabischen Frühlings 2011 eine junge Szene geformt, die die etablierten Player der zeitgenössischen Kunst zum bereichernden Dialog herausfordert. Neue Messen und Events wie Art D’Égypte oder Art Cairo fungieren als globales Schaufenster für diese Kunstwelt, in der Zartheit und Wildheit, Poesie und Politik eine aufregende Balance halten.
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