My city: Architektonischer Rundgang in Gent

Redaktion, 17.05.2024

Belgien gilt schon seit Jahren als eines der spannendsten Ideenlabore für Architektur. Der städtische Reichtum früherer Jahrhunderte, die avantgardistischen Impulse der Modeindustrie von heute treffen hier auf den belgischen Hang zum Surrealismus und zum unerwarteten Nebeneinander.

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Während Brüssel die gewichtige Hauptstadt, ­Antwerpen die harte Hafenmetro­pole und Brügge die niedliche Puppenstube ist, stehen in Gent Alt und Neu in produktivem Gleichgewicht. Hier leben und arbeiten auch die Pionier:innen der flämischen Architekturszene Paul Robbrecht und Hilde Daem, die ihr 1975 gegründetes Büro inzwischen mit Sohn Johannes führen. »Gent ist eine historische Stadt, und diese Geschichte ist deutlich spürbar«, erzählen sie. »Gleichzeitig ist es vor allem dank der Hochschulen eine sehr aktive und junge Stadt. Diese Konfrontation zwischen Geschichte und Jugend macht Gent zu einem fruchtbaren Boden für Denken und Handeln. Hier entsteht eine starke Kultur, die wirklich typisch Gent ist. Genau deswegen lieben wir es, hier zu leben und zu ­arbeiten.« Das gebaute Ergebnis dieser ­Liebe lässt sich unter anderem mitten in der Stadt neben den berühmten drei Kirchtürmen besichtigen: die mehrfach preisgekrönte neue Markthalle, die Robbrecht en Daem passgenau in die Altstadt setzten. Die ­Bürger:innen haben sie sofort ins offene Herz geschlossen. Kein Wunder, denn: »Wenn man Gent aus der Distanz betrachtet, erkennt man, dass es eine unmittelbare Nähe zu Metropolen wie Paris, London und Köln hat, und das macht die Stadt so offen für Anregungen von außen.«

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