Schullin: Neuer Glanz im Looshaus

Angelika Rosam, 06.02.2025

Das Looshaus avancierte dank der Übernahme von Juwelier Schullin zu einer der schönsten europäischen Uhren-und-Schmuck-Boutiquen in historischem Ambiente. LIVING traf die Macher zum Talk über ihr neues Lebensprojekt, die aufwendige Renovierung des ikonischen Architekturjuwels, Generationenwechsel und darüber, warum vom Looshaus aus neuerdings Airline-Routen gesteuert werden.

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Der Zeitpunkt könnte besser nicht gewählt sein. Genau zum 50. Firmenjubiläum erfüllt sich das österreichische Juwelierunternehmen Schullin einen besonderen Traum: Nach einer zweijährigen Gestaltungsphase ist man in das ikonische Adolf-Loos-Haus am Michaelerplatz eingezogen. Im komplett und behutsam renovierten Baujuwel aus der Wiener Moderne strahlt nun ein luxuriöser Uhren-und-Schmuck-Tempel, der sich dank der eigenen eleganten Corporate Identity charmant in das architektonische Meisterwerk bei der Hofburg integriert, als wäre es nie anders gewesen. Das auffallende Eingangsportal, umringt von vier Marmorsäulen, das der in Brünn geborene Architekt Adolf Loos 1912 errichtete, wirkt beim LIVING-Termin noch einladender und imposanter als zuvor. Wo einst der Herrenausstatter Goldman & Salatsch seine betuchte Klientel mit feinen Anzügen und Jagdausrüstung verwöhnte, prangt nun in goldenen Lettern »Schullin«. Ein großes Haus und ein großes Wiener Erbe wurden hier übernommen – und dieser Verantwortung ist sich die Familie auch fraglos bewusst. Beim Betreten des Geschäfts werden wir vom eindrucksvollen Interior sofort gefangen genommen und vergessen für einen kurzen Moment hochwertigst inszenierte Zeitmesser von Marken wie Rolex, Breitling oder Hublot. Vielmehr richtet sich unsere Aufmerksamkeit auf den aus Mahagoniholz verarbeiteten Treppenaufgang mit Messing-Details, der den Mittelpunkt der Boutique bildet. Umgeben von maßgefertigten Schmuckvitrinen der Tischlerei Barth, edlen Präsentationsflächen und originalen Adolf-Loos-Lampen, die dank der Innsbrucker Lichtfabrik Halotech mit weichem Licht nach oben strahlen. Wir befinden uns zwar in einem historisch bedeutsamen Ambiente, das aber keineswegs historisch, sondern höchst modern wirkt. Der Stolz auf ihr neues »Zukunftsprojekt« ist Herbert Schullin und seinen Söhnen Lukas und Johannes bei der Begrüßung ins Gesicht geschrieben. Mit Recht. Vom Parterre geht es weiter ins 700 Quadratmeter große Mezzanin, das im Vorderbereich durch das geschwungene denkmalgeschützte Fensterglas einen leicht psychedelischen Zustand beim Blick auf den Michaelerplatz vermittelt. Wir sehen uns um, erkennen neues Maxalto-Mobiliar und alte Loos’sche Licht-Appliken. Was für ein besonderes Momentum, dass die Fertigstellung des Looshauses und das Jubiläum zusammenfallen, stellen wir fest. Doch Herbert Schullin winkt ab: »Wir haben das gar nicht so geplant. Als sich abgezeichnet hat, dass der Eigentümer Raiffeisen das Haus nicht mehr für sich selbst nützen wollte, war für uns eine Entscheidung gefallen. Mit unserem Uhrengeschäft am Kohlmarkt waren wir schon sehr begrenzt und wir hatten schon länger nach einer neuen Location gesucht. Das Looshaus bot sich also perfekt an und wir dachten: ›Jetzt oder nie.‹« So trat man 2020 in Verhandlungen und nach zwei Jahren war der Startschuss für das anspruchsvolle Mietobjekt gefallen.

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