Wiener Immobilienmarkt im Herbst 2024: Vom Sein und Schein des Wachstums

Wojciech Czaja, 23.10.2024

Obwohl in Wien Wohnhochhäuser wie die Schwammerln aus dem Erdboden schießen, ist die Lage am Immobilienmarkt nach wie vor angespannt: Schon seit Jahren wurde nicht mehr so wenig entwickelt, bewilligt und gebaut wie derzeit.

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Der famose »DC Tower 2« auf der Donauplatte ist das vielleicht sicht­barste Beispiel dafür, wie sich Wien in den letzten Jahren verändert hat – weg von einer Bürohochhaus-Stadt hin zu einer Stadt des Turmwohnens. War er zunächst noch als Bürogebäude mit nur wenigen Penthouse-Wohnungen in den obersten Etagen vorgesehen, mutierte er nach einer jahrelangen Finanzierungs- und Umwidmungsphase nun zu einem Mixed-Use-Projekt mit Büros in den untersten 30 Etagen und insgesamt 314 Mietwohnungen ab einer Gebäudehöhe von 102 Metern. Dank diesem neuen Living-Schwerpunkt hat sich auch die Fassade des Hauses verändert – und ist nun mit Loggien und einer umlaufenden, weithin glitzernden Photovoltaikanlage verkleidet. »Mit 56 Stockwerken und 186 Meter Höhe wird dies das höchste PV-verkleidete Gebäude Europas sein«, sagt Wolfdieter Jarisch, Vorstand der S+B Gruppe. »Wir werden damit rund 300.000 Kilowattstunden pro Jahr produzieren können.« Oder, wie der Pariser Architekt Dominique Perrault dies ausdrückt: »Der Turm hat seinen kühlen, repräsentativen Bürocha­rakter verloren und ist durch die Farbe, durch die Leichtigkeit und natürlich durch die ganz neue Loggienstruktur wohnlicher geworden. Am Ende wird das Haus aussehen wie ein eingefrorener Wasserfall.«

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