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In einer Welt, in der vieles digital und flüchtig ist, wirkt das Weben wie ein stilles Gegenbild. Jede Linie, jeder Knoten, jedes Muster ist eine Spur von Zeit und von Menschen, die mit Geduld und Wissen gestalten. Teppiche sind seit Jahrhunderten Ausdruck von Identität: Sie erzählen von Landschaften, Familien, Ritualen. In Marokko, Persien oder Anatolien werden Symbole über Generationen weitergegeben, verändert, neu gedeutet. Das, was wir heute als Designmuster sehen, war einst Sprache. Linien standen für Flüsse, Rauten für Fruchtbarkeit, Farben für Jahreszeiten. Ein gewebter Teppich war immer auch ein Gedächtnis – ein tragbares Archiv des Alltags und der Gemeinschaft.
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