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Die Kreuzfahrtbranche ist eines der am stärksten wachsenden Segmente im weltweiten Tourismus. Die Werften arbeiten auf Hochtouren, denn alle großen Reeder haben weitere Großschiffe in Auftrag gegeben. Die Flotten lassen sich allerhand einfallen, um die Mitbewerber zu übertrumpfen: Die Angebote reichen von Eislaufplätzen und Hunderte Meter langen Wasserrutschen über Decks mit Echtrasen und üppiger Vegetation bis hin zu Kletterwänden, die den Vergleich mit der Eiger-Nordwand nicht scheuen müssen. Mindestens so wichtig wie die Unterhaltung ist aber auch die Verpflegung an Bord, und auch darin versuchen die schwimmenden Luxusherbergen, einander zu überbieten. Kollektive Massenverköstigungen im Schichtbetrieb gehören immer mehr der Vergangenheit an, die Angebote werden vielfältiger, individueller und einfallsreicher. Der Österreicher Rudi Sodamin ist kulinarischer Leiter der Holland America Line/Foto beigestelltHolland America Bei der Recherche wurde ein interessantes Phänomen offenbar: Auf vielen Schiffen und im Verantwortungsbereich ganzer Flotten sind es sehr oft Österreicher, die den Ton angeben und die Trends setzen – für ein Binnenland wie Österreich wahrlich keine Selbstverständlichkeit. Der gebürtige Steirer Rudi Sodamin beispielsweise ist der am häufigsten ausgezeichnete Küchenchef auf den Weltmeeren. Er hat die kulinarischen Methoden und Prinzipien der angesehensten Kreuzfahrtlinien revolutioniert. Sodamin war schon im jungen Alter von 24 Jahren Executive Chef auf der legendären »Queen Elizabeth 2«. Seit sechs Jahren ist er »Consultant Master Chef« bei der Holland America Line – das bedeutet, dass er die kulinarische Gesamtleitung für 15 Cruiser innehat. Vor Kurzem hat er einen »Culinary Council« erfunden, ein Team aus fünf Spitzenköchen, die an Land neue Rezepte und Ideen für die Bordrestaurants entwickeln. Sodamin führt den hohen Anteil von Österreichern in der Kreuzfahrtbranche auf die gute touristische Ausbildung im Land zurück. Um Passagierschiffe mit einer Kapazität von bis zu 5000 Personen auf hohem Niveau zu verköstigen, brauche es perfekte Organisation und Top-Qualität auf allen Ebenen. »Das konnte ich nur mit einem bestens ausgebildeten Team schaffen, das ich zu 50 Prozent aus Österreichern rekrutierte«, erzählt Sodamin im Gespräch mit Falstaff.
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