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Kaum ein anderes Lebensmittel ist emotional so aufgeladen wie Speiseeis. Es weckt Kindheitserinnerungen. Sommer, Sonne, Freibad, Strand – das ganze Programm eben, das ganz tief in der eigenen Biografie verankert ist. So etwas bleibt üblicherweise nicht folgenlos. »Die Erinnerungsfunktion ist eine der wichtigsten Komponenten beim Eisessen als Erwachsener. Selbst dann, wenn es sich um verfeinerte und elegantere Formen des Eisessens handelt«, weiß etwa der Ernährungssoziologe Daniel Kofahl. Verfeinerte Möglichkeiten, Gefrorenes zu genießen, gibt es mittlerweile zu Hauf. Wo sich der beste Eissalon in einer Stadt befindet ist zu einer Art Glaubensfrage mutiert. Und zwar weltweit. Hilfreich dabei, diese Frage zu beantworten, sind gute Bewertungen, die nicht selten mit Instagramtauglichkeit Hand in Hand gehen. Soll heißen: Eissalons schieben designmäßig alles andere als eine ruhige Kugel und legen sich ordentlich ins Zeug, um nicht nur geschmacklich, sondern auch optisch zu überzeugen. Wie der Gastronom Werner Helnwein, der heuer in Wien, angenehm leicht ab vom Schuss, aber alles andere denn aus der Welt, die Eisdiele »Helli & Leo« aufgemacht hat. Zwei Saisonen lang sammelte man Erfahrung mit Pop-ups. Jetzt gibt es endlich auch einen fixen Standort. Das optisch schwarzweiße 2D-Konzept, entwickelt von Helnwein und gemeinsam umgesetzt mit einem jungen Grafiker, ist effektiv und konsequent durchgehalten. Ob Wand, Serviette, Stuhl oder Team-T-Shirts, alles ist zweidimensional und monochrom. Außer dem Eis natürlich, das perfekt inszeniert Farbe in die Bude bringt.
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