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Er bezeichnet sich selbst als »Pessimist aus Leidenschaft«. Und auf die Frage, ob er stolz auf sein Werk sei oder beim Betrachten früherer Arbeiten Verbesserungspotenzial sieht, meint er: »Manchmal neige ich dazu, zu sagen, alles ist Mist«. Doch meist weiß der gebürtige Grazer Herbert Brandl seine Arbeit genauso zu schätzen wie die internationale Kunstwelt, die ihn in seinen malerischen Anfängen in den 80er-Jahren zu einem der »Neuen Wilden« erkor. Dann sagt er: »Ich mag meine Bilder schon sehr.« Alles andere wäre auch traurig, fließt in seine Arbeiten doch so vieles ein, was Brandl wichtig ist – und: »Die Malerei ist für mich mehr Leidenschaft als Arbeit, sie erfüllt mich.« Er ist ein Beobachter, ein Sammler, nimmt Eindrücke aus der Natur, auch klein und flüchtig, wahr und bringt sie, oftmals abstrahiert und aufs Wesentliche wie Farbe und Form verdichtet, auf die Leinwand. So wie sein Lieblingsmotiv, die Berge. Seine Bergpanoramen etwa entstehen mit kräftigen, breiten Pinselstrichen, die Kunstkritiker an die Hiebe von Schwertkämpfern, die Brandl bewundert, erinnern. Der 64-Jährige selbst spricht von »der Landschaft, die aus dem Pinsel rinnt«, und es ist eine raue Monumentalität, fernab von Kitsch. »Ohne Titel« sind die meisten dieser Bilder. »Mich interessiert nicht, wie der Berg benannt wurde, sondern eher das Wesenhafte der Form des Bergs, die Klarheit und Sauberkeit«, sagt er. Ein paar »Sehnsuchtsberge« hat der Maler, der seinen Arbeits- und Wohnort Wien durchaus gern gegen eine Bergwelt tauschen würde, aber schon: das Matterhorn, den Mount Everest.
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