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Derzeit blinzeln ihre bunten Blütenköpfe über die Zäune gediegener Gärten, ranken sich zierlich an Hauseingängen empor, wo sie für Farbakzente im umgebenden saftigen Grün sorgen und ihr feiner Duft durchweht die Parkanlagen der Stadt. Von Liebe bis Vergänglichkeit steht vieles auf ihren Blütenblättern eingeschrieben. Die Kunstgeschichte dekliniert die symbolbeladene Königin aller Blumen in jeder Epoche hoch und runter. Italienische Renaissance Maler waren besessen von der Rose, Johann Wolfgang von Goethe beschwor sie, stilistisch ungewohnt für den Dichterfürsten, in seinem völkstümlichen Gedicht, Franz Schubert schrieb inspiriert die Liednoten dazu. Doch hier ist nicht vom sagenumwobenen Heidenröslein, von überschwänglichen Arrangements barocker Stilleben oder Biedermeier-Stoffen die Rede, denn die Jubilarin stammt nicht von der Heide, sondern aus dem Wiener Augarten und ist uns als dezente Tischgesellschaft wohl bekannt: das Wiener Rosendekor der Porzellanmanufaktur Augarten feiert ihr 100-jähriges Bestehen.
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