© Mark Cocksedge

In diesen Restaurants zwischen Südtirol und Hongkong essen die Augen mit. Die besten Designer:innen der Welt errichteten in den vergangenen Jahren luxuriöse Interior-Tempel, in denen Dinieren zum Erlebnis wird.

20.03.2023 - By Florentina Welley

Teures Geschirr, kostbare Möbel, exquisite Drinks und Sternegerichte. Die besten Interior-Designer:innen der Welt legen bis heute Hand an, um kulinarische Highlights mit einem stylishen Interior noch schmackhafter zu machen. In den letzten Jahren hat sich der Schwerpunkt zwischen Interior und Kulinarik aber verlagert. Sollte früher kostbares Mobiliar das Gefühl von Luxus erzeugen, sind heute prächtig inszenierte Räume gefragt, die Emotionen hervorrufen. »Was sich tendenziell ändert, ist das Essen selbst, und dem passt sich das Interior heute an. Wir haben in den letzten Jahren einen Trend zu lässigerer Eleganz gesehen«, so Interior-Star Martin Brudnizki, der auch das neu eröffnete Londoner Restaurant »Bacchanalia« opulent gestaltete.

Wenn »das Auge mitisst«, wird neben hübsch serviertem Essen ein luxuriös inszeniertes Ambiente wichtig, denn der Sehsinn beeinflusst den Geschmack. In der »Gucci Osteria« in Florenz etwa, im Palazzo della Mercanzia an der Piazza della Signoria 10, bekommt man deshalb gleich das gesamte »Dolce Vita« serviert. Die Gerichte von Sternekoch Massimo Bottura kommen im »Atelier der Kultur« in edlem Geschirr mit Blumenmustern der Gucci-Home-Kollektion auf den Tisch. Flankiert von stilvollen florentinischen Spiegeln und Interior von Designer Alessandro Michele.

HAUTE COUTURE TRIFFT KUNST     

In London ist das Restaurant »The Sketch« – gegründet 2002 von Mourad Mazouz – für sein fantastisches Interior bekannt, das den Gästen die Kulturgeschichte ferner Länder näherbringt. Mazouz sammelte zeitgenössische Kunst, bevor er das Lokal eröffnete, und holt sich bis heute die besten Designer:innen, u. a. India Mahdavi, die 2022 das Interior von Pink auf Sonnengelb änderte. Weiters zählt in London Jon Spiteris »Sessions Arts Club« zu den trendigsten Adressen. Er schuf in einem ehemaligen Gerichts-gebäude ein 60-Sitze-Restaurant mit Bar, dem Künstler wie Jonny Gent, Oliver und Ted Grebelius oder Architekt Russell Potter das artsy Ambiente verliehen. Zu den historischen Möbeln indoor gibt es outdoor eine Terrasse mit Bars und Infinity-Pool.

Beyoncé, Marion Cotillard oder Robert De Niro fühlen sich im Interior der Pariser Dior-Boutique wohl, wo Küchenchef Jean Imbert im »Monsieur Dior« seine Gourmetkreationen kredenzt. Architekt Peter Marino verwendete als Hommage an Christian Dior Tausende Bilder aus dem Dior-Archiv. Nicht nur das: Marino setzte die DNA der Pariser Haute -Couture auch im »Le Tout-Paris«, im neuen Hotspot der »Cheval Blanc«-Hoteljuwele, fort. Er kreierte eine farbenfrohe Rooftop-Brasserie mit Contemporary Art, die ein kosmopoli-tisches »Sehen und Gesehenwerden« der -Pariser Society garantiert.

NATUR UND MAXIMALISMUS

Am Kronplatz in Marebbe, Italien, realisierte wiederum Sternekoch Norbert Niederkofler einen »Living Room«, um einen Ort zu schaffen, an dem man sich trifft, isst, trinkt, entspannt und die Berge genießt. Ein Konzept, das seiner Wertschöpfungskette »Cook the Mountain« entspricht. »AlpINN«, so heißt es, und wie es der Name schon verspricht, geht es hier um puren Naturgenuss, von den Gerichten bis zum 360-Grad-Bergpanorama. Designer Martino Gamper entwickelte das passend puristische Interior.

Im Fine Dining im »The Jane« in Antwerpen ließen Sternekoch Sergio Herman und Küchenchef Nick Bril ihre Restaurantvision »Fine Dining meets Rock ’n’ Roll« in einer ehemaligen Kapelle vom Studio Piet Boon realisieren. Decke und Altar wurden erhalten, in der Mitte schwebt ein 800 Kilogramm schwerer Kronleuchter des Designstudios PSLab.

Und auch 2023 geht der Trend zu Dining mit Eventcharakter weiter. Im »1111 Ones« in Hongkong wird kantonesische Küche mitten in wellenförmigen Bögen und Linien serviert, die an geologische Formationen erinnern. Küchenchef Will Leung und Landschaftsfotograf Kelvin Yuen entwarfen ein »Natur als Inspira-tion«-Konzept, das Gäste auf eine Reise in den Antelope Canyon in Arizona schickt. Dafür erhielten sie den »Restaurant & Bar -Design Award 2022«. Preisverdächtig ist auch das »Jean-Georges Philadelphia« im »Four Seasons Hotel«. In 60 Sekunden ist man mit gläsernen Aufzügen in der Sky Lobby. Hier setzten Architekt Norman Foster und Chefkoch Jean-Georges Vongerichten Interior von Adam Tihany und Werke von Künstler:innen wie Jenny Holzer ein. Kunst ist auch aus Martin Brudnizkis »Bacchanalia« in London nicht wegzudenken. Er errichtete mit Maximalismus aus Mosaiken, Deckenmalereien, 2000 Jahre alten griechischen und römischen Skulpturen und schwebenden Statuen von Damien Hirst einen opulenten Genusstempel.

Erschienen in:

Falstaff LIVING Jubiläumsausgabe

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