(c) Julius Hirtzberger

Daniel Jelitzka im Interview über das neue »The Hoxton Vienna«

Am Wiener Stadtpark eröffnet die Lifestyle-Hotelkette Hoxton eine aufregende Dependance: Im geschichtsträchtigen 50er-Jahre-Bau von Carl Appel entsteht das »Open House«-Konzept. Hospitality-Profi Daniel Jelitzka teilt im LIVING-Gespräch die Details seiner Hotelentwicklung.

21.03.2024 - By Marlene Mayer

Titelbild: Der Erfolgsdeveloper Immobilienprofi Daniel Jelitzka hat ein besonderes Händchen für erfolgreiche Hotel-entwicklungen. Mit JP Hospitality realisierte er bereits 16 Vorzeigeprojekte, etwa das »Guesthouse Vienna« sowie die »Bikini Islands Hotels« auf Mallorca und in Zermatt. jpi-hospitality.com

LIVING Im April öffnet Ihr neuestes Projekt, das »Hoxton Vienna«. Was ist das Besondere an diesem Hotel?

Daniel Jelitzka Das ehemalige Gewerbehaus ist ein besonderes Objekt mit einem außergewöhnlichen Standort. Es ist allein stehend – man kann herumgehen – hat eine herausragende Visibilität und man hat Sichtachsen vom Wienerwald über den ersten Bezirk bis hin zum Belvedere.

Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Hoxton?

So ein Standort verdient den für diesen Standort besten Operator und so haben wir uns auf die Suche gemacht und Hoxton gefunden. Hoxton ist momentan eine der besten Lifestyle-Hotelbrands in Europa.

Hoxton verfolgt mit seinen Hotels stets ein »Open House«-Konzept, man wendet sich mit dem Angebot also nicht nur an Reisende, sondern auch an Locals. Wie funktioniert das genau?

Die öffentlichen Bereiche müssen einladend und niederschwellig sein. Kein Platz für abschreckende »Türsteher«, sondern offene Türen, jeder ist willkommen, Co-Working-Space und Coffeeshop inklusive. Die DNA Wiens muss sich in der Architektur widerspiegeln und darf kein Fremdkörper sein. Die Locals erwarten nicht nur tolle Events, sondern auch attraktive Angebote wie etwa die Rooftop-Bar »Cayo Coco« mit Pooldeck und Blick über die City. Zudem gibt es einen Club mit Livemusik namens »Salon Paradise« und das Restaurant »Bouvier« mit großer Außenterrasse mit französisch-internationaler Küche im Erd-geschoß. Es sollte für jeden etwas dabei sein. Ein Wiener soll sich neben einem Engländer international fühlen und der Engländer neben dem Wiener local, dann hat es funktioniert.

Mid-Century auf Wienerisch: Britischer Lifestyle trifft auf österreichische Design-traditionen. Das Interieur--Konzept kommt vom Londoner Designstudio AIME.

LIVING Für das Hotel wurde der 50er-Jahre-Bau von Carl Appel am Rudolf-Sallinger-Platz adaptiert: Was waren dabei die konkreten Herausforderungen?

Daniel Jelitzka Alte anspruchsvoll geplante Projekte haben in der Regel ein großartiges Oeuvre und ein tolles Karma, das man als verantwortlicher Developer immer erhalten sollte. Deswegen wohl auch der Denkmalschutz, der sich in der wunderschönen Steinfassade, dem großzügigen Eingangsbereich mit seinen Terrazzoböden, Wandsteinverkleidungen und Aluminium-ummantelten Säulen sowie dem sich verjüngenden Stiegenhaus manifestiert. Die konkreten Herausforderungen waren sicher die Brandschutzauflagen und die nicht mehr den heutigen Normen entsprechenden Geländer im zentralen Stiegenhaus, welche sowohl die aktuellen Bauvorschriften als auch die Vorschriften des Denkmalschutzes erfüllen mussten.

Sie haben wieder mit BWM Architects zusammengearbeitet. Was ist das Besondere an Ihrer Zusammenarbeit?

Wir haben beide eine Leidenschaft für Architektur und Innovation, und der Prozess der gemeinsamen Konzeption und Planung ist immer spannend. Oftmals sind wir der gegenseitige Reibebaum, der aber regelmäßig das beste Ergebnis liefert, denn wenn beide immer einer Meinung sind, ist es ja bekanntlich einer zu viel …

Für die Interieurs zeichnet das britische Designstudio AIME Studios verantwortlich. Profitiert das Hotel vom britischen Blick auf österreichische Designtraditionen?

Der Blick auf österreichisches Design durch »unbelastete« Nicht-Wiener ist oftmals analytischer und pointierter. Wir haben uns auch mit englischen Produkten an die österreichische Design-DNA herangearbeitet und im Finale durch österreichische Produkte ersetzt.

Welcher Ort im Hotel gefällt Ihnen am besten?

Das hängt von der Tageszeit ab: In der Früh definitiv der belebte Coffeeshop im Foyer zum Co-Worken, mittags das Restaurant »Bouvier« zum Business Lunch und nachmittags bei Sonnenschein ein Platz auf einem day bed am Rooftop-Pool mit Blick über die City … und im Zimmer natürlich im Bett mit Blick über den Stadtpark und ersten Bezirk.

Sie sagen: »Hotels müssen Gäste in eine eigene Welt entführen«. Welche Welt ist das also im Falle des »Hoxton Vienna«?

Man wird, mit etwas Vorstellungsgabe, in die Welt von Orson Welles »Der dritte Mann« und die der Serie »Mad Men« entführt.

Weitblick Vom Rudolf-Sallinger-Platz aus reicht der Blick vom Bett über den Stadtpark bis -hinein in die Innere Stadt. thehoxton.com/de/vienna/

Erschienen in:

Falstaff LIVING 02/2024

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