© Graa, Armgaard & Bangsbo Photography

ICONOMY: DESIGN-ICONS UNTER 100 MIT SIMON KARKOV

Die dänische Designmarke Normann Copenhagen feiert heuer ihr 20-jähriges Firmenjubiläum. Zum Markenzeichen des Labels wurde die Lampe »Norm 69«. Warum eigentlich?

13.11.2022 - By Manfred Gram

Bastle, bastle!  Die »Norm 69« besteht aus 69 Teilen, die man zu Hause selber zur Lampe zusammenstecken muss. Der Steckbaukasten, erhältlich in vier Größen, hat Fans auf der ganzen Welt. Gesehen bei connox.at und andlight.at

© Foto beigestellt

Das ist gleich doppelt gut, denn aus der Verhaltensökonomie kennt man seit einigen Jahren den sogenannten IKEA-Effekt, von dem Karkov anno 1969 freilich noch nichts wusste, der aber bei seinem Lampenschirm voll zum Tragen kommt. Der IKEA-Effekt besagt unter anderem, dass man Gegenständen mehr Wertschätzung entgegenbringt, wenn man sie selbst zusammengebaut hat. Das heißt, die »Norm 69« könnte unter Umständen das hässlichste Ding der Welt sein – kauft man es trotzdem und steckt es zusammen, bleibt einem nichts anderes übrig, als es auch zu lieben. Zum Glück ist Karkovs Lampe aber eine ästhetische Angelegenheit, die – so der Designer immer wieder in Interviews – intensiv von Blumen und Zapfen inspiriert ist. Hinter ihrer zackigen, futuristischen Anmutung verbirgt sich also ein biophiler Kern. ­Zudem verleugnet die Lampe auch nicht ihre dänische Herkunft, schirmt sie doch ganz ­traditionell die Glühbirne ab und erzeugt so ein angenehmes Licht für hyggelige Stunden. Dies und der (in der kleinsten Ausführung) unschlagbare Preis machen die »Norm 69« völlig zu Recht zu ­einer Bestseller-Ikone.

Simon Karkov (*1932) studierte Architekt an der renommierten Danish Academy of Architecture. Trotz Ausflügen ins Design blieb er Architektur zeitlebens treu. Zuletzt arbeitete für die Frederiksberger Stadtverwaltung und entwarf ein Gymnasium und ein -Krankenhaus. Seinen Ruhestand verbringt Karkov in der Türkei, arbeitet aber weiter an verschiedenen Projekten. Vor allem scheint es dem 90-Jährigen das gehobene DIY-Prinzip angetan zu haben: »Ich träume davon, neue Wege für das Entwerfen von Möbeln und größeren Objekten mit dem Selbstmontage-Konzept zu entwickeln. Der Gedanke, dass -dieses Konzept in einem größeren Maßstab funktionieren könnte, fasziniert mich.« Ein Doyen der Selbstmontage.

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