(c) Beata Heuman

Urban Aunt: So stylt man den Interior-Trend

Hygge war gestern, »Urban Aunt«-Style zieht in unsere Lebensräume ein! Was steckt dahinter? Und wie stylt man den Interior-Trend? LIVING kennt die Antworten.

01.02.2024 - By Verena Schweiger

Die Interior-Hypes der sozialen Plattformen lieben Schlagworte, basieren sie doch auch auf selbigen. War jetzt jahrelang alles mögliche »Hygge« - der nordisch, gemütliche Stil mit vielen Einflüssen aus Natur, Mid-Century und in gedeckten Farben - in den Wohnräumen von Bobos und Hipsters, so ist nun der neue Mikrotrend »Urban Aunt«-Style in. Good-bye Schweden, hallo Tantchen! Die stilistische Strömung kommt aus dem anglo-amerikanischen Raum, »Urban Aunt«-Style bedeutet übersetzt soviel wie »städtische Tante«. Doch was meint das und was steckt hinter dem Trend? Und vor allem wie sieht der zusehends beliebte Look aus? Der Stil findet bereits im Residental-Bereich Eingang in das Interior Design. Ein starker Einfluss dürfte die Sehnsucht nach einem gemütlichen Zuhause sein. Denn in einer Welt, deren Angeln regelmäßig ins Wackeln geraten und deren dominierende Haltung Unverbindlichkeit und ein Maximum an Flexibilität ist, scheinen vor allem junge Menschen die Sehnsucht nach einem umarmenden Daheim zu haben. So nehmen Erinnerungsstücke neben neuen Designmöbeln platz und fühlen sich im Rahmen des »Urban Aunt«-Styles durchaus wohl miteinander. LIVING hat sich auf Recherche begeben und To Dos sowie einen Inspo-Galerie für Sie zusammengestellt.

Gemütlichkeit, aber mit Stil

Der »Urban Aunt«-Style ist diverser als der zur Uniform verkommene »Hygge«-Look. In diesem Sinne bedient er den Mega-Hype Eklektizismus - sprich das Mischen von Epochen, Stilen und Texturen - perfekt. Dabei ist ein wichtiger Aspekt zu beachten: Der »Urban Aunt«-Style ist durchaus sophisticated und entlehnt viele Accessoires aus den Wohnräumen eines klassischen Bildungsbürgertums. Champagnerschalen, Bibliothekwand, Vintage-Keramik , Chesterfield-Sofa und Perserteppich sind durchaus ein Teil des »Urban Aunt«-Styles. Der Undone und Shabby-Look haben somit definitiv Pause.

Einfluss von zeitgenössischem Design

Um jedoch einen nicht allzu altbackenen »Tantchen«-Stil zu kreieren, bedient sich der »Urban Aunt« Style eines zeitgenössischen Design-Vokabulars und verwendet hochwertiges, aktuelles Design. Lampen vom Beleuchtungsdesinger Davide Groppi etwa, kontrastieren mit einer schlichten, eleganten Formsprache jedweden Historismus und allzu viel vollgeräumten Nippes-Look. Auch Einrichtungsgegenstände aus trendigem Edelstahl machen sich beim »Urban Aunt«-Style hervorragend zur Vintage-Gmundner Keramik. Es sind eben genau jene zeitgenössischen Gegenstände, die das »urban«-Element einbringen und den Look zeitgeistig machen.

Vintage-Muster trifft auf Rohleinen

Der Mix von Alt mit Neu betrifft auch die Textilauswahl. Derbe, trendy Naturstoffe, wie Rohleinen und Hanf, oder Ombre-Stoffe co-existieren auf stylische Weise mit traditionellen Mustern, wie Englischleinen-Prints, gehäkelten Untersetzern oder Vintage-Grafikmustern. Die ausgewogene Mischung aus Dingen, die auf generationenübergreifende Herkunft und zeitgenössischen Lebensstil hindeuten, sind ein Winning-Team.

Sofa, aber bitte in Maxi

Das Sofa ist ein wichtiger Treffpunkt beim »Urban Aunt«-Style. Einerseits soll es gemütlich genug sein, um entspannende Me-Time darauf zu verbringen, andererseits soll es genügend Platz für Freunderunden bieten. Wenn der Grundriss dies nicht erlaubt, sollte alternativ auf einen großen Essbereich gesetzt werden. Denn »Urban Aunt«-Fans sind durchaus soziale Wesen, die ihre Lieben gerne ins eigene Zuhause einladen. Zusammenhalt und Tradition ist bei dem Look ein wichtiger Impulsgeber.

Aspekt Tableware

Diese soziale Komponente führt zu einem weiteren Aspekt des »Urban Aunt«-Styles, nämlich das gesellige Element. Der Trend-Look ist nicht nur gemütlich, sondern auch darauf ausgerichtet soziale Kontakte zu pflegen. Dieser Aspekt macht freilich nicht vor der Tischkultur halt. Geschliffene Kristallgläser treffen hier auf contemporary Stücke. Zudem dürfen - der Bildungsbürger lässt grüßen - Dinge wie eine Zuckerdose, Tableware-Vitrine oder Butterteller nicht fehlen. Elemente, die sich auf Grund von Praktikabilität und Platzangebot zusehends von der Tischkultur verabschiedet haben, feiern ihr Comeback. Selbiges gilt für Gästebuch & Co.: Ein detailverliebter, gehobener Lebensstil jenseits von allem Spartanischem kommt mit dem »Urban Aunt«-Stil wieder.

 

Edelstahl und die Designs von Josef Frank im Mix: Die Website von Interior-Desingerin Beata Heuman ist eine gute Inspriationsquelle für den »Urban Aunt«-Look.

(c) Beata Heuman

Vintage Teile, wenn möglich aus der eigenen Familie, moderne Farben und zeitgenössisches Mobiliar: »Urban Aunt« ist beides: cool und gemütlich.

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Altes trifft auf Neues, Gemütlichkeit auf sophisticated Style. Bücherregale, handgeknüpfte Teppiche co-existieren neben aktuellem, biophilen Design.

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Auch die New Yorker Inerior-Designerin Alexa Hampton setzt auf den Mikrotrend »Urban Aunt«. Mobiliar aus unterschiedlichen Kulturen ergeben einen gelungen Mix.

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