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Spitznamen sind meist eine zweischneidige Angelegenheit. Im besten Fall lassen sie sich als Ehrenbekundungen lesen. Dummerweise ist das aber nicht immer so. Bei Ross Lovegrove, dem weltberühmten Designer aus Wales, allerdings schon. »Captain Organic« wird er vor und hinter seinem Rücken gerufen. Ein Name, den sich der Absolvent des Polytechnikums in Manchester und des Royal College of Art in London in fast 45 Jahren in der Designbranche erarbeitet und verdient hat. Sein Ansatz ist schnell erklärt – auch von ihm selbst: »Es gibt kein Problem, für das die Natur nicht schon eine Lösung gefunden hätte!« Dementsprechend brachte es der heute 65-Jährige im Laufe der Jahre zur wahren Meisterschaft in der biophilen Gestaltung. Lovegrove – sein Familienname ließe sich übrigens mit »Liebeshain« übersetzen – analysiert die Natur und transferiert seine Erkenntnisse in Design, die im Kontext von Umweltbewusstsein und mit zukunftsweisenden Technologien umgesetzt werden. Dieser organische Essenzialismus ist (mehr oder weniger) eine Kampfansage an den Schlachtruf »form follows function«, Minimalismus und Purismus. »Die Natur kennt doch keine geraden Linien, sie definiert sich nicht durch coole Ästhetik und Ausschluss von emotionaler Wärme«, so Lovegrove, der als Design-Jungspund im Kreativteam dabei war, das Ende der 1970er-Jahre den ersten Walkman von Sony gestaltete. Danach ging es dann für ihn in die deutsche Provinz in Hartmut Esslingers Industriedesign-Schmiede frog design.
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