Was wurde aus ... Jasper Morrison?

Manfred Gram, 14.02.2024

Jasper Morrison gilt als Meister der Funktionalität. Die Prinzipien des Normalen hat er in den letzten 40 Jahren auf die Spitze getrieben und dabei gezeigt, wie man Ikonen von Dauer kreiert und dabei alles andere als Mittelmaß ist.

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Der Normalitätsbegriff ist eine ambivalente Angelegenheit. Zunächst einmal klingt »normal« ziemlich harmlos. Es ist ja nichts einzuwenden gegen das Vertraute, das Durchschnittliche oder Meistvertretene. Dummerweise lauert dahinter aber schon der Abgrund, denn das »Normale« verweist immer auch darauf, wie etwas sein sollte. Und wenn dann jemand auf die Idee kommt, das Normale einzufordern und hinter sich eine Armee des Mittelmaßes versammelt, könnte es brenzlig werden. Man kann davon ausgehen, dass Jasper Morrison, dem britischen Star-Kreativen, der in London, Paris und Tokio eigene Designstudios betreibt, die diskursiven Dissonanzen rund um die »Normalität« bekannt sind. Und es ist eine gestalterische, philosophische und vor allem menschliche Höchstleistung des mittlerweile 64-Jährigen, dass er zeitlebens nie in die Fallen getappt ist, die das Normale so bereithält. Im Gegenteil: Gemeinsam mit dem japanischen Designer Naoto Fukasawa hat er den Begriff sogar erweitert und vor fast 20 Jahren das Konzept des »Supernormalen« formuliert, das er gerne so erklärt: »Dinge, die supernormal sind, bleiben über eine lange Zeit funktional und richtig. Es sind Dinge, die geschätzt werden für ihre funktionalen Qualitäten und nicht so sehr dafür, wie sie aussehen.«

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