Dieser gelochte Löffel wurde speziell fürs Absinth-Ritual entwickelt. Er wird mit einem Stück Würfelzucker auf dem Glas platziert, darauf wird Wasser geträufelt. Durch das Zuckerwasser wird der Absinth bekömmlicher.

Absinth: Grüne Fee, schwarzer Teufel

Larissa Graf, 16.11.2023

Absinth gehört zu den sagenumwobenen Spirituosen der Welt. Sie ist Schweizer Kulturgut, wurde früher als Heilmittel eingesetzt und inspirierte Dichter und Maler. Angeblich trieb »die grüne Fee« aber auch manch einen Menschen in den Wahnsinn und wurde deswegen lange verboten. Heute ist sie wieder legal und so beliebt wie seit Langem nicht mehr.

Werbung

August 1905 im Dorf Commugny am Ufer des Genfersees: Der Rebbergarbeiter Jean Lanfray wurde soeben verhaftet, weil er im betrunkenen Rausch seine schwangere Frau und zwei Töchter erschossen hatte. Neben literweise Wein und Brandy hatte der Alkoholiker auch zwei Gläser Absinth getrunken – laut seinem Anwalt der Grund für den Wahn, der zur brutalen Tat führte. Trotz dieser Verteidigungsstrategie wurde er wenig später als Mörder verurteilt. Diese tragische Geschichte sollte weitreichende Konsequenzen haben: Sie erschütterte die Schweiz und ihre Nachbarländer und führte zu einem knapp 100-jährigen Verbot der Absinth-Herstellung.

Weiterlesen

Werbung