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Zwei Kostproben benötigt Christian Seidl, dann hat sich die Tischgesellschaft im Rumzentrum in Baden geteilt: Während für viele eine süße Schoko-Vanille-Note einfach zur Rum-Kategorie gehört, schätzen andere die würzige Komplexität trockener Zuckerrohrbrände. Der Spezialhändler, der auch Österreichs Rumfestival ausrichtet, stellt daher immer trockene und süße Destillate in sein Kost-Portfolio. Die Crux liegt dabei im nachträglichen Süßen in den Erzeugerländern. Denn ein reiner Edelbrand ist nie süß, Zucker kann nicht destilliert, sondern der Spirituose nur nachträglich zugesetzt werden. Ein österreichischer Marillen-Edelbrand beispielsweise dürfte nie nach der Destillation verändert werden. Doch in den mittel- und südamerikanischen Ländern sieht man derlei entspannter. Schließlich füge man dem Zuckerrohrbrand beim nachträglichen Süßen ja nur den Ausgangsstoff hinzu.
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