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Jeden Morgen schnappt sich Gemüsebauer Manuel Schickermüller das Fahrrad, tritt in die Pedale und bahnt sich seinen Weg durch die Äcker. Feldkontrolle nennt er das Ritual. Zur Linken ein schmales Wäldchen im satten Grün, vorne die Brandl Lacke, wo ein paar Fischer hoffnungsvoll ihre Angeln ausgeworfen haben, dahinter die mächtige Donau. Schon Manuels Urgroßeltern haben diese fruchtbaren Böden genutzt, um daraus ihr Gemüse zu ziehen. In vierter Generation hat der Jungbauer den Gemüsehof Voggeneder nun von seinen Eltern übernommen. »Es ist die Landschaft, die uns prägt und in der wir einfache Produkte in ganz besonderer Qualität erzeugen«, sagt Schickermüller. Ein Paradies, das sich hier in Naarn im Machlande auftut: Auf seinen Feldern wachsen um die 40 Bio-Gemüsearten in fast hundert unterschiedlichen Sorten. Neuerdings sogar Ingwer. »Die Anbauversuche haben geklappt. Im Gegensatz zur getrockneten Importware sind die frischen Wurzeln voller geschmacklicher Komplexität.« Neben diesem exotischen Ausreißer sind es vor allem aber die Raritäten, die es dem jungen Gemüsebauern angetan haben: Paradeiser wie die »Green Zebra«, die »Gelbe Johannisbeere« oder »Ochsenherz« zählen ebenso zum köstlichen Aufgebot wie alte Erdäpfel-Sorten, von der »Trüffelkartoffel« über die »Naglerner Kipfler« bis hin zur »Linzer Rose« oder den »Mühlviertler Mehligen«. Eine andere, aber ebenso besondere Erdäpfel-Sorte findet sich gut 80 Kilometer flussaufwärts im sogenannten Sauwald. Bevor sich die Donau und der Inn im bayerischen Passau vereinen, umschließen sie eine der ursprünglichsten Waldlandschaften, die es in Österreich noch gibt: den Sauwald. Die Urgesteinsverwitterungsböden dieses Waldes bieten schon seit jeher eine optimale Grundlage für die vielleicht außergewöhnlichsten Knollengewächse der Landes – die Sauwald-Erdäpfel.
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