Jedem Gebiet sein eigener Wein. Es gilt, die Sorten- und Variantenvielfalt des Friaul zu entdecken.

Autochthone Weine: Bodenständig

Othmar Kiem, 07.06.2019

Sie sind alteingesessen, werden aber zunehmend neu entdeckt: die vielen autochthonen Weinsorten des Friaul. Verduzzo, Friulano, Refosco – die wohlklingenden Namen laden ein, sich Zeit für sie zu nehmen.

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Die Weinbauregion Friaul-Julisch Venetien hat ein ganzes Füllhorn an Weinsorten. Neben bekannten wie Sauvignon Blanc, Pinot Grigio oder Cabernet und Merlot wurden in den vergangenen Jahren zunehmend die Qualitäten der lokalen Sorten wiederentdeckt. Die wichtigste eigenständige Sorte bei den Weißweinen ist Friulano, der Local Hero, bis 2008 jedoch Tocai genannt. Um einer Verwechslung mit dem ungarischen Tokajer vorzubeugen, wurde sein Name in Friulano abgeändert, und der steht nun gleich für das Anbaugebiet. Nach Pinot Grigio ist er der am meisten verbreitete Weiße in Friaul-Julisch Venetien, spätreifend und wuchsstark. Bei entsprechender Ertragsreduzierung kann die Sorte gehaltvolle, anspruchsvolle Weine erbringen. Mit ihren würzigen Noten und dem kraftvollen Gaumen erinnert Friulano mitunter an Grünen Veltliner. Lange Zeit gering geschätzt wurde Ribolla Gialla – zu wenig Alkohol und zu viel Säure hatten die Weine. Dann entdeckten die »Oslavia Boys« um Joško Gravner sie und beobachteten, dass sich Ribolla auch vorzüglich für den Ausbau auf den Schalen eignete, weshalb heute im italienischen wie im slowenischen Teil des Collio mit Ribolla kräftig mazeriert wird. Aber auch traditionelle Winzer schätzen Ribolla Gialla zunehmend. Was einst ihr Makel war – geringer Alkohol und hohe Säure –, stellt sich in Zeiten der Klimaerwärmung zunehmend als Vorteil heraus. Malvasia Istriana ist eine lokale Variante der im ganzen Mittelmeerraum verbreiteten Malvasier-Familie. Sie ist vor allem im Collio und im Karst verbreitet und generiert feine, leicht aromatische Weine. Vitovska findet man vorwiegend im Karst. Sie hat eine dicke Schale und eignet sich hervorragend für die Vergärung auf den Schalen. Feine Aromen und betont salzige Noten am Gaumen sind das Ergebnis.

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