Britischer Wein – Tausend Jahre Tristesse

Peter Moser, 12.03.2020

Die Geschichte des Weinbaus in England: von den Römern importiert, von den Mönchen kultiviert und vom Adel meist ignoriert – Winzer hatten es in Großbritannien noch nie leicht.

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Die Wurzeln des Weinbaus auf den britischen Inseln reichen wahrscheinlich zurück bis in die Antike. Mit Ankunft der Römer unter Kaiser Claudius im Jahr 43 n. Chr. kam der Rebensaft erstmals nach England. Einen Beweis, dass die Römer auch versucht hätten, Reben zu pflanzen und vor Ort Wein herzustellen, wie gerne behauptet wird, gibt es allerdings bis dato nicht. Immer wieder fanden sich aber im Laufe der folgenden Jahrhunderte Enthusiasten, die sich auf die Suche nach dem idealen Weinberg begaben. Sie eint das kollektive Scheitern, denn bei allem redlichen Bemühen machten die Kräfte der Natur diesem Ansinnen über kurz oder lang stets einen Strich durch die Rechnung. Mit zunehmender Christianisierung im ersten Jahrtausend ergab sich ein zunehmender liturgischer Bedarf an Wein für den Messdienst, dieser dürfte aber aus Kontinentaleuropa beschafft worden sein. Urkundlich erstmals belegt sind Weingärten in England durch eine Schenkung des Königs Eadwig im Jahr 956 an das Benediktinerkloster Panborough in Somerset unweit von Glastonbury sowie durch König Edgar im Jahr 962 an Abingdon Abbey bei ­Watchet, ebenfalls an einem Südhang in Somerset und mit Blick über den Bristol Channel gelegen.

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