Champagner, prickelnder Liebeszauber?

Marlies Gruber, 30.12.2016

Was wäre ein Rendezvous ohne Musik, Kerzenlicht und ein Glas Champagner? Das festlichste aller Getränke zählt wohl zu den stilvollsten Arten, in Fahrt zu kommen. Was steckt hinter der auflockernden Wirkung als Aphrodisiakum?

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Aphrodisiaka sind in unseren Breiten verbunden mit mystischen Kulten, Mythen und Sagen und magischen Riten ebenso berüchtigt wie verrucht. Das ist nicht in allen Gegenden so. »Überall, wo ich war, gehörte auch der Gebrauch von Aphrodisiaka dazu«, sagt der deutsche Ethnopharmakologe Christian Rätsch. »Bei uns sind die Menschen jüdisch-christlich geprägt, und das hat, was Lusterfahrungen angeht, ganz schön beschneidend gewirkt.« Aphrodisiaka sollen die Libido beleben und wirken anregend auf das Verlangen und Lustempfinden. Abgeleitet ist der Name von Aphrodite, der griechischen Göttin der Liebe, Schönheit und sinnlichen Begierde. Dass Champa­gner unter den Stimulanzien rangiert, mag vielleicht auch daran liegen, dass Aphrodite der Sage nach aus dem aufschäumenden Meer geboren wurde. Das altgriechische »aphrós« steht für Schaum. Da sind die Assoziationen von der feingliedrigen Perlage zum zarten Schaum an der Oberfläche nicht weit. Vom unvorsichtigen Öffnen gar nicht zu sprechen, wenn der Korken knallt und sich der Schaumwein Platz macht. Doch noch kurz zurück zu Aphrodite: Ihr waren viele Kräuter und wohlduftende Pflanzen mit erotisierender oder berauschender Wirkung geweiht. In der Antike zählten zu den Pflanzen mit aphrodisierender Wirkung etwa Alraune, Sauerampfer, Safran oder Wein, der mit anderen Rauschmitteln gemischt wurde.

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