Eine Geschichte über Hingabe, Respekt und einen soliden Geschäftssinn.

Das beste Ei der Welt

Michaela Ernst, 21.03.2018

Eigentlich wollte Paolo Parisi zartes Geflügelfleisch herstellen. Doch bevor es dazu kam, schlüpfte aus der Henne das beste Ei der Welt.

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Das Spannende an Aussteigergeschichten ist ja die Kraft, die ihnen innewohnt. Als Zuhörer denkt man immer zuerst an Erschöpfung, Burn-out, Depression, wenn so ein ehemaliger Karrieremensch erzählt, wie das war, als er plötzlich das Handtuch warf. Doch meist schon beim dritten Satz tritt die ganze rebellische Kraft eines solchen Akts hervor. »Mein Vater«, erinnert sich Paolo Parisi, »war damals richtig verärgert, weil er meine Entscheidung nicht verstanden hat.« Und würde er, der mittlerweile exklusivste Eier-Produzent Italiens, heute Ähnliches mit seinen Söhnen erleben, fühlte er sich vermutlich genauso vor den Kopf gestoßen. Damals in den 1970er-Jahren war das so: Paolo Parisi verdiente, auf heutige Maßstäbe umgelegt, bis zu 20.000 Euro im Monat. Er hatte eine super Position, vertrieb chirurgisches Material im Raum Genua: »Ich bin in die OPs gegangen und habe orthopädische Geräte verkauft. Das ist der technischste, der brutalste Sektor in der Chirurgie«, erzählt er. An einem bestimmten Punkt angelangt, beschloss er, alles Bisherige aufzugeben und auf dem Land zu leben. Die Aufgeladenheit der Stadt gegen ein zurückgezogenes Dasein in der Natur zu tauschen. Und damit eine vielleicht noch viel größere Erfolgsgeschichte zu schreiben. Im Hinterland von Livorno. In seinem Agriturismo »Le Macchie«, seinem Platz unweit des Waldes.

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