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In der Wochenendausgabe der »Financial Times« vom 21./22. April 2018 schrieb Jancis Robinson über »Burgunder von anderswo«: Selbst großzügigen Menschen, so die Grande Dame der englischen Weinkritik, blieben ihre Lieblingsburgunder inzwischen angesichts der Preise im Halse stecken. Es sei daher Zeit, sich nach Alternativen umzusehen. Dann beschreibt Robinson ausführlich ein Tasting deutscher Spätburgunder, das zwei Importeure neulich in London organisiert hatten. Fazit: »I was thrilled by the quality« – die Qualität fand ich aufregend gut. Wer – wie übrigens Robinson selbst auch – die Entwicklung des deutschen Pinot-Schaffens über einen längeren Zeitraum mit Neugier und Spannung verfolgt hat, für den kommt das jetzt erreichte qualitative Niveau nicht überraschend. Trotzdem gab es auch bei den Verkostungen zur Falstaff Spätburgunder Trophy jede Menge Grund zum Staunen: Denn die Fortentwicklung der einheimischen Burgunderstile besitzt im Moment mehr Dynamik denn je. Winzer, die noch vor wenigen Jahren kaum überregional bekannt waren, lassen mit stilistisch ausgreiften Kelterungen aufhorchen. Regionen, die man bislang nie auf der Rechnung hatte, spielen plötzlich ganz vorn mit. Eine historische Burgunder-Hochburg wie Ingelheim befreit sich aus jahrzehntelanger Lethargie. Und junge Talente präsentieren kühne Ideen, die die alte Sorte in ein völlig neues Licht setzen.
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