Dem Himmel so nah: Auf der Alm

Verena Carola Mayer, 04.06.2024

Jeden Sommer ziehen Barbara und Herbert Rüf mit ihrer Familie und ihren »Pflegekühen«, die ihnen die Bauern der Gegend anvertrauen, auf die Alm. Sie produzieren Käse, Butter, Joghurt und Würste für die Wanderer – und bewahren damit eine alte Tradition. Ein Lokalaugenschein auf der Alpe Obere im Bregenzerwald, die von Kundigen gerne auch »Kuhhimmel« genannt wird.

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Langsam kriecht die Sonne über die Berggipfel. Es ist früher Morgen, für Barbara und Herbert Rüf jedoch ist der Tag längst nicht mehr jung. Zum wiederholten Male klemmt sich der 69-Jährige das grob gewebte Tuch zwischen die Zähne, spannt das andere Ende über eine lange Metallstange und taucht mit ausladenden Armbewegungen in den randvoll gefüllten Kupferkessel, in dem die flockige Käsemasse schwimmt. Draußen vor der Hütte flattern die feuchten Tücher im Wind. Die ersten Laibe des Tages sind bereits gemacht. Um fünf Uhr haben die beiden die Kühe gemolken, die Milch gemeinsam mit jener des Vorabends erhitzt, dickgelegt, zu Bruchgeschnitten und mithilfe der großen Tücher aus dem Kessel geholt.

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