Der Mann mit Bart und Schreibmaschine

Brian McBride, 01.09.2017

Erinnerungen an eine Kindheit mit Wolfram Siebeck.

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Als ich Wolfram Siebeck zum ersten Mal bewusst begegnete, war ich ein geschwätziger laufender Meter. Diese Begegnung war an dem Tag, an dem meine Mutter uns Kids unter ihre Arme klemmte, um gemeinsam mit Wolfram anderswo einen neuen Abschnitt ihres Lebens zu beginnen. So zogen wir weg mit Volkswagenbussen, VW Käfern und dergleichen aus dem Starnberger Bungalow in das Widdersberger Landhaus oberhalb des Ammersees, welches Wolfram für seine neue Familie gemietet hatte. Das war 1969. Das große, ockerfarbene Haus stand oberhalb des verschlafenen Dorfes, von wo aus es majestätisch einen Blick über Felder, das Kloster Andechs und in der Ferne die endlose Kette der Alpen freigab. Unser Esstisch war aus grauem Eichenholz. Es war ein ganzes Eckbankensemble mit Anrichte, deren hohe Glastüren später das Zuhause verschiedener Sorten Riedelgläser werden sollten. Daneben die Durchreiche für die Küche. An diesem Tisch fing Siebeck an, hungrige Mäuler auf die Zukunft der modernen Küche vorzubereiten. An der Wand ein großes Ölbild: eine Drohkulisse in der Form eines Hotdogs. Muttern links, die Brüder jeweils rechts und ich dem Herrn Siebeck genau gegenüber. Meinem Alter entsprechend, vierjährig, war ich auch der Einzige, der noch unter den Tisch krabbeln konnte, um es mir kurzerhand auf seinem Schoß bequem zu machen. Oft trug er weiße Hosen und karierte Hemden englischen Fabrikats. Sein Bart faszinierte mich. An kulinarische Highlights war in jenen Tagen nicht zu denken. Es gab keinen Bioladen, keine regionalen Wochenmärkte, keinen deutschen Wein, der nur annähernd an die Spitzenqualitäten heranreichte, die heute nicht nur hier, sondern auch beim österreichischen Nachbarn produziert werden. Das geübte Auge des Herrn S. konzentrierte sich zuerst aber auf die Weine Frankreichs.

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