In Rheinhessens berühmtesten Steillagen muss König Riesling um seine Vormacht fürchten – denn immer mehr Winzer wenden sich jetzt roten Sorten zu.

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Das also ist der Mann, der be­gonnen hat, den Roten Hang umzufärben, und dabei ist, eine ganze Landschaft umzugestalten: Felix Peters, 37, stellt noch jugendlich die Haare in die Höhe, wirkt aber zurückhaltend und seriös. Wäre er im Bankgeschäft tätig, man würde ihm bedenkenlos sein Geld anvertrauen. Es fällt schwer, das zu erkennen, was andere in ihm sehen: Spinner nennt ihn mancher hinter vorgehaltener Hand, oder etwas freundlicher: Revolutionär. Wäre er nicht Winzer, sondern Künstler, dann könnte er einigen als Surrealist gelten wie Salvador Dalí, der mit dem Pinsel provozierte und schockierte. Peters, Gutsverwalter im Weingut St. Antony in Nierstein, hat etwas gewagt, was sich keiner vor ihm getraut hat: Er hat im Roten Hang, der für Riesling berühmt ist, Blaufränkisch gepflanzt. Der Rote Hang, der sich zwischen Nierstein und Nackenheim über dem Rhein erhebt, ist die einzige ernst zu nehmende Steillage Rheinhessens. Der Monolith besitzt die Bedeutung für Rheinhessen, die der Ayers Rock für Australien hat. Sein Schieferboden schimmert rötlich, es war ein ehernes Gesetz, dass in seinen besten Lagen nur Riesling stehen darf. Peters hat nicht nur ein Tabu gebrochen und eine weiße durch eine rote Rebe ersetzt. Er hat einen Kulturstreit unter den Winzern der Rheinfront ausgelöst: Darf man in eine weltberühmte Riesling-Lage Rotwein setzen?

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