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Bevor Sie weiterlesen, eine Warnung: Dieser Text hat das Ziel, Ihnen den Mund nach einer Spezialität wässrig zu machen, die Sie nur mit Glück werden verkosten können. Die Aalrutte, auch Quappe oder Trüsche genannt, ist ein Süßwasser-Raubfisch von größter Delikatesse, außerordentlich festem, saftigem und wohlschmeckendem Fleisch, der in unseren Breiten nur ganz selten angeboten wird. In Frankreich, wo er »Lotte de Rivière« (Seeteufel der Flüsse) genannt wird, gilt er als einer der besten Süßwasserfische überhaupt. Rund um den Bodensee, den Genfer See oder am ostfranzösischen Lac d’Annecy, manchmal auch rund um die großen Teichwirtschaften in Böhmen steht er noch auf den Speisekarten der besseren Wirtshäuser. Dabei ist sie gar kein so seltener Fisch. Sie liebt die kühlen, tiefen Gewässer der Alpenseen, wo sie bis in große Tiefen vorkommt und sich von allerlei Kleingetier, aber auch von Fischlaich ernährt. Weil die Gastronomie aber so gut wie ausschließlich nach den »gängigen« Edelfischen wie Forelle, Saibling oder Wels verlangt und die wenigsten Gäste überhaupt wissen, was eine Quappe oder Aalrutte ist, wird ihr von professioneller Seite kaum noch nachgestellt. Hobbyfischer mit feiner Zunge hingegen wissen, dass die Rutte am ehesten bei Dunkelheit anbeißt und idealerweise mit Lebendködern wie Würmern zu überlisten ist. Dass ihr Anblick im Vergleich zu einem rosa-bauchigen Seesaibling oder einer silbrig-blau glitzernden Forelle ganz objektiv unattraktiv ist, mag zu ihrem unterschätzten Nimbus beitragen.
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