Mit dem Verkauf an David Holder ist das Traditionshaus zum Großkonzern gewachsen.

Die beste Windbäckerei der Welt: Ladurée

Eva Twaroch, 08.06.2016

Macarons gibt es viele in Paris. Und dann gibt es da noch die »echten«.

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Es ist ein bisschen, als würde die Zeit stillstehen. Geduldig warten Dutzende in der meist sehr lan gen Schlange vor der Pâtisserie Ladurée in der Rue Royale mitten in Paris. Es gibt kein Murren, keine bösen Gesichter, unzählige Selfies werden gemacht, es herrscht ein geradezu babylonisches Sprachgewirr. Japanisch mischt sich mit Italienisch, Spanisch mit Englisch, dazwischen fallen ein paar Worte Französisch. Alle sind gut gelaunt, schließlich wissen sie – oder haben zumindest davon gehört –, dass sich die Mühe lohnt. Der Besuch in einer der Boutiquen von Ladurée gehört für viele zum Pariser Pflichtprogramm, so wie der Eiffelturm, die Champs-Élysées oder Montmartre. Die Traditionsmarke ist zum Sinnbild des »typisch Französischen« geworden, und zum weltweit bekannten Botschafter der französischen Lebensart des vielgepriesenen »Savoir-vivre«.Dass die Pâtisserie weit mehr zu bieten hat als die weltberühmten Macarons, wissen und interessiert nur die wenigsten. Wer hierher kommt, will sie und nur sie: die fragilen pastellfarbenen Windbäckereien, die es je nach Saison in achtzehn verschiedenen Variationen und Geschmacksrichtungen gibt. »Sie zergehen einfach auf der Zunge«, meint Paola, die aus Mailand gekommen ist und die nichts, wie sie sagt, davon abhalten könnte, bei jedem Paris-Besuch zu Ladurée zu pilgern, in die Rue Royale. Zwar gibt es Ladurée längst auch anderswo in Paris, auf den Champs-Élysées, in Saint-Germain-des-Prés oder auch im Großkaufhaus Galeries Lafayette. Doch die wirklich echten Liebhaber der kleinen Köstlichkeiten, die Ladurée trotz immer größerer Konkurrenz bedingungslos die Treue halten, gehen am liebsten in das Geschäft, in dem alles begonnen hat – vor bald 155 Jahren, als Louis Ernest Ladurée 1862 in der Rue Royale seine Bäckerei aufmachte. Jahre später wird sie zur Konditorei, die der Maler Jules Chéret kunstvoll dekoriert. Nicht ohne Stolz wird heute noch daran erinnert, dass er sich seine Inspiration bei den Deckenfresken der Pariser Opéra Garnier oder vielleicht sogar bei der Sixtinischen Kapelle geholt hat.

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