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Barolo braucht lange Reife, er muss mindestens zehn Jahre auf dem Buckel haben, bevor er wirklich mit Genuss getrunken werden kann. Mit dieser Einschätzung – lange Zeit völlig korrekt – wurde mit den Jahrgängen in den letzten beiden Jahrzehnten gründlich gebrochen. Seit der zweiten Hälfte der 90er-Jahre gibt es häufig Barolos, die von Beginn an wunderbar zugänglich und trinkbar sind. »Die Traubenreife und der Vegetationszyklus der Rebe sind heute anders als bis Mitte der 80er-Jahre«, sagt Angelo Gaja, wohl der bekannteste Produzent im Piemont, »alles findet zeitlich früher statt, vom Austrieb bis zur Lese.« Michele Chiarlo, der seit den frühen 70er-Jahren Wein keltert, pflichtet dem bei: »In den letzten beiden Dekaden ist eine deutliche Veränderung festzustellen. Beginnend mit 1996 hatten wir eine ganze Reihe von herausragenden Jahrgängen, wie das vorher in dieser Häufigkeit nie der Fall war.«
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