Schnecken kriechen sich langsam wieder in unser kulinarisches Bewusstsein.

Die Schneckenstreichlerin: Comeback für die Kriecher

Tobias Müller, 16.06.2017

Schwäbische Auster, Escargot, Cagouille, Luma – Falstaff räumt mit Vorurteilen hinsichtlich Weinbergschnecken auf.

Werbung

Rita Goller hält behutsam eine Schneckenschale in der Hand. Es ist Frühling. Das Tier erwacht aus dem Winterschlaf. Langsam kommt es aus der Schale, die Fühler stellen sich auf, die winzigen Augen mustern die Umgebung. Goller nimmt einen Grashalm und kitzelt die Schnecke. Die beginnt, sich zu wiegen. »Sie rekeln sich wie Kätzchen«, schwäbelt Goller und strahlt. Wir sind im Goller’schen Schneckengarten in Münsingen auf der Schwäbischen Alb. Münsingen teilt das Schicksal vieler anderer kleiner Orte: Die Jungen gehen weg, die Alten sterben weg. Keine Schule, kein Kindergarten. Die Sonne weiß nichts davon und scheint, die Vögel wissen nichts davon und zwitschern. Der Blick ist frei; am Horizont im Dunst die Gipfel der Alpen. Goller und ihr Mann Walter sind Stars auf der Alb. Ihre Schnecken sind die besten, die man hier kriegen kann.

Weiterlesen

Werbung